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Expertenwissen
 

Sanierung der Fußbodenheizung: Wie lange halten die Rohre?

Lange Lebensdauer von Kunststoff- und Kupferrohren

Das Haus ist 20 bis 30 Jahre alt und hat eine Fußbodenheizung - viele Eigentümer fragen sich dann: "Wie lange kann die alte Fußbodenheizung noch genutzt werden? Wann steht eine Sanierung an?" Vor allem die Lebensdauer von Kunststoffrohren wird oft hinterfragt. Die Experten vom Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen geben wichtige Tipps zu Bestandsaufnahme, Praxistest und Weiterbetrieb alter Fußbodenheizungen.
Handwerker am Heizkreisverteiler der Fußbodenheizung
Egal ob die Fußbodenheizung mit Kunststoff- oder Kupferrohren ausgestattet ist - für eine Sanierung und Weiternutzung sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werdenFoto: Fotolia / Alexander Raths

Egal ob die Fußbodenheizung mit Kunststoff- oder Kupferrohren ausgestattet ist - für eine Sanierung und Weiternutzung sollten Eigentümer unbedingt einen Fachbetrieb einschalten.

Lebensdauer von Kunststoffrohren
Auch wenn Eigentümer oft etwas anderes vermuten - Kunststoffrohre nach DIN 4726 haben eine enorme Lebensdauer. Nach Norm sind die Kunststoffrohre auf eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren plus Sicherheitsreserve ausgelegt. Fachgerecht eingebaute Kunststoffrohre von namhaften Anbietern sind seit über 50 Jahren in Deutschland im Einsatz und es gibt keine Hinweise auf Alterungsschäden. Da die Rohre von den niedrigen Systemtemperaturen kaum beansprucht werden, gehen Experten von einer Lebensdauer von über 100 Jahren aus. Ab 1988 sind die Rohre in den meisten Fällen auch sauerstoffdicht verbaut worden. Vor 1988 gab es noch keine sauerstoffdiffusionsdichten Kunststoffrohre. In solchen Fällen wird bei Sanierung der Fußbodenheizung eine Systemtrennung empfohlen.

Sanierung von alten Fußbodenheizungen mit Kunststoffrohren
Wurde die Fußbodenheizung mit Kunststoffrohren vor 1988 eingebaut (nicht sauerstoffdiffusionsdichte Rohre), empfehlen Experten die Sanierung und Nachbehandlung mittels fachgerechter Systemtrennung. Hierzu wird ein Wärmetauscher zwischen Wärmerzeuger und nachgeschaltetem Fußbodenheizsystem eingebaut. Unzulässig hohe Sauerstoffkonzentrationen in geschlossenen PWW-Heizungen resultieren zum Beispiel aus zu klein dimensionierten oder defekten Membran-Druckausdehnungsgefäßen, defekten Schnellentlüftern, undichten Fittings oder undichten Umwälzpumpen. In diesen Fällen sollte ein Fachbetrieb die Quelle(n) für das Eindringen von Luftsauerstoff in das Heizsystem identifizieren und beseitigen. Im Rahmen dieser Sanierung ist die Entfernung von Ablagerungen im Heizsystem durch Spülung nach Überprüfung der Situation häufig notwendig und sinnvoll.

Lebensdauer von Kupferrohren
Die Lebensdauer von Kupferrohren in der Fußbodenheizung nach DIN EN 1057 ist praktisch unbegrenzt. Kupferrohr ist physikalisch sauerstoffdiffusionsdicht, so dass eine nachträgliche Systemtrennung nicht nötig ist.

Fazit: Die Rohre einer Fußbodenheizung sind für den langfristigen Betrieb ausgelegt. Wenn die Heizkreise durchströmt werden, kann mit neuer Regelungstechnik, Spülung und fachgerechter Befüllung nach VDI 2035 und einem hydraulischen Abgleich die optimale Funktion der Fußbodenheizung für die nächsten Jahrzehnte gesichert werden. Für diese Optimierung der Heizung gibt es auch eine Förderung.

Fußbodenheizung Schritt für Schritt sanieren

Schritt 1: Bestandsaufnahme
Eigentümer sollten alle Unterlagen, Rechnungen und Dokumentationen über die Fußbodenheizung, verwendete Materialien und deren Einbau heraussuchen. Zusammen mit einem Fachbetrieb kann geklärt werden, wie viele Heizkreise es gibt und wo sie verbaut sind.

Schritt 2: Praxistest
Eigentümer kontrollieren, ob alle Räume warm werden und die Heizkreise alle durchströmt werden. Dazu wird der Wärmeerzeuger angeschaltet (speziell im Sommer) und die Ventile jedes einzelnen Heizkreises geöffnet. Nach kurzer Zeit wird geprüft, ob der Rücklauf des Heizkreises warm wird.

Schritt 3: Förderung

Ist eine Sanierung der Fußbodenheizung erforderlich, sollten sich Eigentümer rechtzeitig über die Förderung informieren. Förderung für die Optimierung der Heizung gibt es als Zuschuss vom BAFA und Förderkredit von der KfW. Alle Fördermittel müssen vor Beauftragung des Fachbetriebs beantragt werden! Alternativ können Eigentümer die Arbeiten von der Steuer absetzen.

Schritt 4: Fehler beheben und Heizungsregelung auf neuen Stand bringen
Wenn einzelne Heizkreise nicht durchströmt werden, muss der Fachbetrieb auf Fehlersuche gehen. Danach werden die betroffenen Heizkreise der Fußbodenheizung fachgerecht gespült und neu befüllt. Zum Schluss erfolgt der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage. Bereits seit 2016 ist bei der Fußbodenheizung die Regelung der einzelnen Räume gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) / Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgeschrieben. Ist das beim vorhandenen Heizkreisverteiler noch nicht vorgesehen, empfiehlt sich die Nachrüstung eines neuen Heizkreisverteilers und neuer Einzelraumregelungen. Die Steuerung der Fußbodenheizung kann auf Wunsch auch in ein Smart Home Konzept eingebunden werden.

Schritt 5: Neue Fußbodenheizung bei größeren Umbauarbeiten
Ist ein größerer Umbau geplant, bei dem zum Beispiel der Grundriss des Hauses und/oder die Nutzung einzelner Räume geändert wird, kann in diesem Zuge die komplette Neuinstallation einer Fußbodenheizung sinnvoll sein. So lassen sich die Heizkreise auf den neuen Grundriss und die jeweilige Nutzung optimal abstimmen. Wird der Fußboden ohnehin erneuert, ist eine neue Fußbodenheizung mit geringen Zusatzkosten verbunden.

Alle wichtigen Fachinformationen zur Fußbodenheizung im Altbau finden Eigentümer hier.

 
 
 
 
Quelle: Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V.
 
 

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