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29.05.2026
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Bundesnetzagentur plant höhere Netzentgelte für Photovoltaik

Bringt AgNes höhere Grundpreise für Prosumer?

Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, soll künftig mehr für die Netznutzung zahlen. Das geht aus den Plänen hervor, die die Bundesnetzagentur am 27. Mai 2026 veröffentlicht hat. Geplant ist die Neuregelung im Rahmen der Reform der bisherigen Netzentgelte, bekannt auch unter dem Projektnamen AgNes (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom). Im Gespräch ist demnach ein Grundpreisaufschlag für Prosumer. Für Balkonkraftwerke und Heimspeicher soll die Regelung aber nicht gelten.

Eigenheim mit Photovoltaik-Anlage
Haushalte mit Photovoltaik-Anlage sollen künftig an den Kosten für Erhalt und Ausbau der Stromnetze beteiligt werdenFoto: energie-fachberater.de

Hintergrund für die geplante Neuregelung: In der heutigen Netzentgeltsystematik tragen allein die entnehmenden Netznutzer die Kosten des Netzes. Diese Regelungen in der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) und Anreizregulierungsverordnung (ARegV) laufen Ende 2028 aus. Für die Neuregelung der Netzentgelte ab 2029 ist laut Bundesnetzagentur das Ziel, dass die Netzentgeltsystematik ein freies und faires Agieren aller Netznutzer an den verschiedenen Märkten ermöglicht, ohne die Belange der Netze zu vernachlässigen. Auch die veränderten Rahmenbedingungen durch die Energiewende sollen berücksichtigt werden. Der Reformprozess läuft unter dem Kürzel AgNes (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom).

Erste Pläne hat die Bundesnetzagentur Ende Mai 2026 vorgelegt. Eine förmliche Konsultation des vollständigen Festlegungsentwurfs beginnt voraussichtlich im Sommer 2026 und soll mit dem Erlass der Rahmenfestlegung Ende 2026 abgeschlossen werden. Konkretisierende Folgefestlegungen folgen in 2027.

Was genau ist geplant?
Betreiber:innen von Photovoltaik-Anlagen sollen künftig an den Kosten für Erhalt und Ausbau der Stromnetze beteiligt werden. Geplant ist eine Erhöhung des Grundpreises für sogenannte "Prosumer" - so werden Personen/Haushalte bezeichnet, die gleichzeitig Erzeuger und Selbstnutzer von Solarstrom sind. Nach Berechnungen des BSW-Solar könnten mit dieser Regelung die Kosten im typischen Heimsegment bis zu 150 Euro im Jahr betragen.

Die Bundesnetzagentur geht dagegen von Kosten unter 100 Euro aus und schreibt: "Verbraucher, die mit einer eigenen Erzeugungsanlage (z.B. PV Anlage) Strom erzeugen und daher weniger Strom aus dem Netz beziehen („Prosumer“), zahlen künftig einen höheren Grundpreis. Damit beteiligen sie sich wieder stärker an der Netzfinanzierung. Das ist sachgerecht, da sie sich auf eine jederzeitige Versorgung aus dem Netz verlassen können. Die zusätzlichen Kosten für diese Verbraucher werden lokal unterschiedlich sein und voraussichtlich unter 100 Euro im Jahr betragen. Steckersolaranlagen zahlen diesen erhöhten Grundpreis nicht." Auch Netzentgelte für Heimspeicher soll es nicht geben.

Der Bundesverband Solarwirtschaft nennt zwei Kritikpunkte an den Plänen der Bundesnetzagentur

  1. Zum Einen belasten die Pläne Betreiber von Solaranlagen erheblich und schaffen zudem keine Anreize für einen netzdienlichen Einsatz von Batteriespeichern. Mit deren Hilfe entsteht durch Solardächer kein zusätzlicher Netzausbaubedarf. Kommen zusätzliche elektrische Verbraucher wie E-Autos oder Wärmepumpe zum Einsatz, könne durch die Nutzung von Solaranlagen und Batteriespeicher die bestehende Netzinfrastruktur sogar effizienter genutzt werden und der Netzausbaubedarf durch Prosuming reduziert werden. Das belegt auch eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde.
  2. Zum Anderen weist der Verband darauf hin, dass die Kosten für Betreiber von Solaranlagen bereits durch andere regulatorische Vorgaben gestiegen seien – etwa durch die verpflichtende Beteiligung an den Kosten intelligenter Messsysteme und die bereits gestrichene Vergütung zu Zeiten negativer Strompreise.


Vor dem Hintergrund der geplanten Abschaffung der Einspeisevergütung für private Solaranlage mit der EEG-Novelle fordert der Verband darüber hinaus, Anpassungen an der Netzentgelt- und Förderstruktur besser aufeinander abzustimmen und systemdienliches Verhalten konsequent zu belohnen.

--> Fazit: Die Wirtschaftlichkeit privater Photovoltaik-Anlagen gerät aktuell von verschiedenen Seiten unter Druck - für Betreiber von Solaranlagen steigen die Kosten. Die Bundesnetzagentur plant höhere Netzentgelte für Prosumer. Der Bundesverband Solarwirtschaft fordert deshalb, die geplanten Änderungen bei Netzentgelten und Förderung besser aufeinander abzustimmen.

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Quelle: Bundesnetzagentur / BSW Solar / energie-fachberater.de
 
 

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