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27.03.2026
mehr zu Gasheizung
 

Irankrieg: Energiepreise unter Druck

Tipps für Gas-, Öl- und Stromkunden

Der Konflikt im Nahen Osten wirkt sich immer stärker auf die Energiemärkte aus - die Preise für Öl und Erdgas sind deutlich gestiegen. Die höheren Preise an den Gasbörsen werden nun von vielen Anbietern auch bei neuen Gasverträgen eingepreist. Bei bestehenden Verträgen kann das relevant werden, wenn Preisgarantien auslaufen. Darüber hinaus wird die aktuelle Unsicherheit von unseriösen Anbietern für das Geschäft mit der Krise ausgenutzt. Verbraucherschützer warnen unter anderem vor Fakeshops für Heizöl. Aktuelle Tipps für Gas-, Öl- und Stromkunden.

Energieberg Karlsruhe: Windrad und Photovoltaik-Anlagen
Die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage und Ladestation für ein E-Auto ermöglicht es, einen großen Teil des eigenen Energiebedarfs mit selbst erzeugtem erneuerbarem Strom zu decken. Das kann helfen, Preissprünge auf den Energiemärkten besser abzufedernFoto: energie-fachberater.de

Gaspreise steigen aktuell / Unsicherheit bei Verbrauchern wächst
Wer mit Gas heizt, sollte den eigenen Gasvertrag überprüfen. Wichtig sind dabei Preisniveau, Vertragslaufzeit und, sofern vorhanden, die Preisgarantie. Sie legt fest, wie lange der aktuelle Preis stabil bleibt. Läuft sie bald aus, kann der Anbieter den Preis erhöhen, indem er ein Preiserhöhungsschreiben verschickt. Haushalte sollten deshalb prüfen, wann die Preisgarantie endet. Wenn sie bald ausläuft, sollten sich Kund:innen bei ihrem aktuellen Anbieter nach Verlängerungsoptionen mit Preisgarantie erkundigen. Ein neuer Vertrag mit längerer Preisgarantie schafft Planungssicherheit für den nächsten Winter. Bietet der bisherige Anbieter keine attraktiven Tarife an, ist ein Anbieterwechsel sinnvoll. Die günstigsten Tarife beginnen aktuelll bei etwa zehn Cent pro Kilowattstunde, Anfang März waren es noch acht Cent. Um günstige Tarife zu finden, sollten die Filter in Vergleichsportalen genutzt werden, aber insbesondere den Bonus und die "direkte Wechselmöglichkeit" herausnehmen.

Strom und Fernwärme mittelfristig betroffen, allerdings wohl geringer als bei Gas
Die gestiegenen Gaspreise machen sich nun auch bei den Strompreisen bemerkbar. Seit Ausbruch des Konflikts sind Stromtarife für Neukunden um rund 16 Prozent teurer geworden. Das aktuelle Preisniveau entspricht dem von Oktober 2025, kurz bevor die Strompreise durch einen milliardenschweren Bundeszuschuss zu sinken begannen. So lässt der Irankrieg den Milliardenzuschuss des Staates verpuffen. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) bezahlte im Februar 2026 im bundesweiten Durchschnitt im günstigsten Stromtarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie rund 24,2 Cent pro kWh. Aktuell liegt das günstigste Angebot im Bundesschnitt bei rund 28 Cent/kWh. Das entspricht laut dem Vergleichsportal Verivox einem Preisanstieg von rund 15,7 Prozent.

Auch die Fernwärmepreise sind in den meisten Netzen eng an die Entwicklung des Gaspreises geknüpft: Teilweise replizieren die Preisformeln der Anbieter direkt die Großhandelspreise für Gas. Die komplexen Preisformeln führen in der Fernwärme zu einer automatischen Preisanpassung, wobei die Entwicklung der Großhandelspreise häufig erst mit einem Verzug von einem Jahr berücksichtigt werden. Die Preise vieler Fernwärmekunden werden daher oftmals vorerst stabil bleiben, die Preiserhöhung käme dann mit einer Verzögerung von etwa einem Jahr. Bei vielen Mieter:innen dürften sich höhere Preise sogar erst in zwei Jahren mit der Nebenkostenabrechnung bemerkbar machen.

Ölheizung: Kosten für Heizöl direkt gestiegen / Warnung vor Fakeshops!
Die Heizölpreise sind rasant gestiegen, und sie schwanken besonders stark. Bei einer Bestellung von 3.000 Litern kostet Heizöl aktuell etwa 145 Euro pro 100 Liter. Preise in dieser Größenordnung gab es letztmalig in der Energiekrise im Herbst 2022. Haushalte, deren Tanks noch bis zum Ende der aktuellen Heizsaison ausreichend gefüllt sind, können mit der Bestellung warten. Wer einen Tank hat, der weniger als 15 Prozent gefüllt ist, sollte bald bestellen. Eine kleinere Bestellmenge ist dann sinnvoll. Wichtig ist außerdem ein Preisvergleich. 

Fake-Shops locken mit günstigem Heizöl: Durch die steigenden Energiepreise suchen viele Haushalte aktuell nach günstigen Angeboten für Heizöl. Kriminelle nutzen diese Situation aus: Obwohl die Saison für den Heizölkauf im Frühjahr in der Regel vorbei ist, nehmen die Fakeshops, die Brennstoffe anbieten, derzeit zu, hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen beobachtet. Die Seiten sind professionell gestaltet, teilweise sogar mit gefälschten "Trusted Shops Siegeln" oder einem nachgeahmten Impressum. Die Verbraucherzentrale rät dazu, bei unbekannten Anbietern besonders vorsichtig zu sein. Mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale können Verbraucher:innen prüfen, ob ein Onlineshop seriös ist.

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Was können Verbraucher aktuell tun?
Immer sinnvoll und die kurzfristigste Möglichkeit, Preissteigerungen zu umgehen, ist das Einsparen von Energie. Dies gilt an der Zapfsäule genauso wie für Warmwasser, Strom und Heizung. Doch auch mittelfristig können sich Verbraucher vor Preissteigerungen schützen:

  • Wer in der aktuellen Lage einen neuen Strom- oder Gasliefervertrag abschließen möchte, sollte in Erwägung ziehen, einen Tarif mit Preisgarantie abzuschließen. So lässt sich das Risiko kurzfristiger Preiserhöhungen minimieren. Mit dem Blick ins Kleingedruckte sollten Verbraucher prüfen, dass die Garantie auch das bietet, was sie verspricht.
  • Gas- und Stromkunden sollten eingehende Nachrichten ihres Versorgers in nächster Zeit besonders aufmerksam prüfen, denn Preiserhöhungen muss der Versorger in der Regel vorher ankündigen. Dies geschieht vielfach auch auf digitalem Wege, weshalb auch E-Mail-Postfächer und Kunden-Accounts im Auge behalten werden sollten. Im Falle einer Preiserhöhung besteht in der Regel ein Sonderkündigungsrecht, welches betroffenen Kunden den Wechsel zu einem anderen Anbieter ermöglicht. Verbraucher sollten bei jeder Preiserhöhung den Abschluss eines günstigeren Tarifs prüfen.
  • Werden Preiserhöhungen gar nicht, zu spät oder auf intransparente Weise angekündigt, ist die jeweilige Preiserhöhung unwirksam. Deshalb kann sich eine rechtliche Prüfung auch dann noch lohnen, wenn Kündigungsfristen verpasst wurden.
  • In der Fernwärme ist die Situation komplizierter, da ein Anbieterwechsel hier nicht möglich ist und eine Preiskontrolle rechtlich anspruchsvoll ist. Entsprechend groß war der Frust unter Fernwärmekunden in der zurückliegenden Energiepreiskrise. Die Verbraucherzentralen der Bundesländer stellen hier Informationen bereit und helfen bei der Prüfung der Preise.
  • Haushalte mit Ölheizung sollten die Heizölpreise genau beobachten und vergleichen. Bei den aktuell hohen Preisen sollten sie gut abwägen, ob sie jetzt eine Komplettfüllung bestellen oder mit geringen Mengen überbrücken und auf sinkende Preise hoffen. Preisvergleiche helfen, vergleichsweise günstige Optionen zu finden. Auch Sammelbestellungen können sich lohnen. Hamsterkäufe zu hohen Preisen sind aber nicht sinnvoll.

Langfristige Unabhängigkeit durch erneuerbare Energien
Auch wenn Gaskraftwerke weiterhin einen Teil der Stromerzeugung übernehmen - der wachsende Anteil erneuerbarer Energien im Strommix sorgt dafür, dass Deutschland in diesem Bereich zunehmend unabhängiger von Energieimporten wird. Auch private Eigentümer:innen können diese Strategie für sich nutzen, um weniger anfällig für schwankende Öl- und Gaspreise zu sein:

  • Besonders die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage und Ladestation für ein E-Auto ermöglicht es, einen großen Teil des eigenen Energiebedarfs mit selbst erzeugtem erneuerbarem Strom zu decken. Das kann helfen, Preissprünge auf den Energiemärkten besser abzufedern.
  • Eine weitere Strategie ist die Verbesserung der Bausubstanz durch eine energetische Sanierung: Wer mit einer Dämmung des Hauses, neuen Fenstern oder einer neuen Haustür den Energieverbrauch des Hauses senkt, muss sich deutlich weniger um die Energiepreise sorgen.

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Quelle: Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. (VZSH) / Verbraucherzentrale NRW / Verivox / energie-fachberater.de
 
 

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