x
13.01.2026

Recht, Gesetz & Förderung - das ändert sich 2026 für Eigentümer

Warten auf das neue Gebäudeenergiegesetz

Alle Augen auf das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) oder Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG): Bisher ist nur der neue Name bekannt, Ende Januar 2026 sollen erste inhaltliche Eckpunkte vorliegen. Wie sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Sanierung und Förderung im Laufe des Jahres dann gestalten, ist bisher noch unklar. Zunächst geben wir aber einen Überblick zum Jahresbeginn, diese Themen sind 2026 wichtig für Eigentümer:innen.

Altbau-Fassade mit Baugerüst
Überblick zum Jahresbeginn: Das ändert sich 2026 für Haus- und Wohnungseigentümer bei GEG, Förderung, Wärmeplanung, CO2-Preis, Strom- und Gaspreisen sowie SolarpflichtFoto: energie-fachberater.de

 1. GEG-Novelle
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll in diesem Jahr novelliert werden, das heißt eine Überarbeitung und neue Regelungen für Sanierung und Heizungstausch stehen an. Ende Januar sollen erste inhaltliche Eckpunkt vorliegen, Ende Februar soll die Neuregelung im Bundeskabinett beschlossen werden. Danach startet das parlamentarische Verfahren. Wann genau das neue Gesetz dann in Kraft tritt, ist bisher noch nicht klar. Bekannt gegeben wurde bisher nur der neue Name: Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG).

2. Förderung
Zum Jahresstart stehen alle Förderprogramme zur Verfügung. Eigentümer können ihre Anträge in den Förderprogrammen zur Energieberatung, Heizungsförderung, Effizienzhaussanierung und für einzelne Sanierungsmaßnahmen weiterhin stellen. Bei der Heizungsförderung ist eine Änderung für Luftwärmepumpen zu beachten. Neben den Förderprogrammen des Bundes stehen auch Förderprogramme der Bundesländer zur Verfügung.

--> Wieder da: Die Zuschüsse für Barrierefreiheit sind bald wieder da! Im KfW-Programm 455-B können laut KfW voraussichtlich ab Frühjahr wieder Anträge gestellt werden. Die Haushaltsmittel sind allerdings knapp bemessen, so dass sich eine zügige Antragstellung empfiehlt.

--> Neu dabei: Voraussichtlich ab Sommer 2026 soll das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ verfügbar sein. Zinsverbilligte Darlehen sollen finanzielle Anreize setzen, nicht benötigte Nichtwohngebäude zu Wohnraum umzubauen. Für 2026 sind Fördermittel in Höhe von 360 Millionen Euro eingeplant, derzeit werden die Förderbedingungen noch erarbeitet. 

--> Rückwirkend geändert: Im Programm "Jung kauft Alt" wurde das energetische Zielniveau für schon laufende Projekte rückwirkend geändert: Auch für Anträge, die bis zum 23.10.2025 gestellt wurden, akzeptiert die KfW jetzt bei der geförderten Wohnimmobilie das energetische Niveau EH 85 EE als ausreichend, statt des vorher erforderlichen Standards EH 70 EE.

--> Wichtig zu wissen: Eng verknüpft mit der GEG-Novelle ist auch die Förderung. Eigentümer müssen sich deshalb für 2026 auf Änderungen bei der Förderung einstellen, vor allem bei der Heizungsförderung sind Kürzungen wahrscheinlich.

3. EU-Gebäuderichtlinie (EPBD)
Die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) muss bis Ende Mai 2026 in nationales Recht überführt werden. Möglich wäre eine Anpassung im Rahmen der GEG-Novelle, allerdings machen sich auch einige Bundesländer für eine Verschiebung der Umsetzung stark. Unklar ist bisher auch, welchen Kurs die Bundesregierung hier einschlagen will. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: "Spielräume bei der Umsetzung der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) schöpfen wir aus. Für eine Verlängerung der Umsetzungsfristen setzen wir uns ein." Bestandteil der EU-Richtlinie sind beispielsweise einheitliche Energieausweise, eine Solardachpflicht sowie Nullemissionsgebäude im Neubau.

Was kostet eine Sanierung? Hier kostenfrei und unverbindlich Vergleichsangebote einholen.
4. Austauschpflicht für alte Heizkessel
Immer weniger Heizungs-Oldies sind von der Austauschpflicht betroffen, die entsprechende Heiztechnik ist bereits seit Jahrzehnten überholt. Einzig bei Hauskauf oder Erbe und einer Immobilie mit langem Sanierungsstau oder Leerstand sollte unbedingt auf die Betriebsverbote für alte Ölheizungen, Gasheizungen und Kaminöfen geachtet werden!

5. Kommunale Wärmeplanung
2026 laufen die ersten Fristen für die kommunale Wärmeplanung ab. Für Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern gilt die Pflicht ab Juli 2026 (kleinere Städte und Gemeinden haben bis spätestens Mitte 2028 Zeit). Für Eigentümer bedeutet das mehr Entscheidungshilfe und Transparenz beim Heizungstausch: Sie können der Wärmeplanung zum Beispiel entnehmen, ob Anschlussmöglichkeiten für ein Wärmenetz bestehen (Fernwärme) und wo das Gasnetz in ihrer Kommune bestehen bleibt oder eventuell zurückgebaut wird. Mit Inkrafttreten der Wärmeplanung in Großstädten entfallen dort auch die Übergangsregelungen zum Heizungstausch aus dem Gebäudeenergiegesetz! Ob es dazu kommt und wie der Heizungstausch künftig geregelt ist, hängt von Inhalt und Zeitpunkt der GEG-Novelle ab (siehe Punkt 1).

6. CO2-Preis
Der CO2-Preis bewegt sich 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2. (2025 waren es fix 55 Euro.) Heizen mit Gas und Öl wird also voraussichtlich teurer: Die möglichen Preissteigerungen liegen bei Heizöl bei bis zu 3,2 Cent pro Liter und bei Erdgas bei bis zu 0,22 Cent pro Kilowattstunde. Eigentlich sollen Auszahlungen aus dem Klimasozialfonds der EU soziale Härten wegen dieser Preissteigerungen abfedern, die Bundesregierung hat dafür allerdings noch keinen Klimasozialplan vorgelegt. 

7. Strompreis und Gaspreis
Gaspreis: Merkliche Entlastungen beim Gaspreis wird es 2026 nicht geben. Zwar wurde die Gasspeicherumlage für Gaskunden abgeschafft, dafür steigen aber fast überall die Gasnetzentgelte.
Strompreis: Das Bundesumweltministerium erwartet für 2026 eine eher stabile bis leicht sinkende Strompreisentwicklung für Haushalte – mit regionalen und individuellen Unterschieden.

8. Solarpflicht in NRW jetzt auch bei Dachsanierungen
Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Solardachpflicht in Nordrhein-Westfalen auch bei einer Dachsanierung. Wird die Dachhaut vollständig erneuert, muss eine Photovoltaik-Anlage installiert werden. Für die Mindestgröße gibt es zwei Vorgehensweisen:

  • Bei der prozentualen Mindestgröße sind mindestens 30 Prozent der Nettodachfläche mit Photovoltaik-Modulen zu bedecken,
  • bei der Pauschallösung gelten folgende Leistungen als ausreichend, um die Solarpflicht zu erfüllen: 3 Kilowatt-Peak bei Wohngebäuden mit maximal zwei Wohneinheiten, 4 Kilowatt-Peak bei Wohngebäuden mit mindestens drei und maximal fünf Wohneinheiten oder 8 Kilowatt-Peak bei Wohngebäuden mit mindestens sechs und maximal zehn Wohneinheiten sowie bei Nichtwohngebäuden.

9. EEG-Novelle
Auch für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steht in diesem Jahr eine Überarbeitung an. Der Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium wird schon in den kommenden Wochen erwartet. Damit die Novelle auch von der EU-Kommission beihilferechtlich genehmigt werden kann, muss sie in diesem Jahr verabschiedet werden. Nur so ist eine weitere Förderung unter anderem von Photovoltaik möglich. Ändern wird sich wohl einiges: So hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche schon angekündigt, dass sie die feste Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Anlagen streichen will. Die EU-Genehmigung für die bisherige Vergütungsregelung läuft Ende 2026 aus. Anfang 2027 soll deshalb eine EEG-Novelle neu in Kraft treten.

10. Energy Sharing: Solarstrom lokal teilen ab Juni 2026
Eigentümer:innen dürfen künftig den Solarstrom vom Dach unbürokratisch an ihre Nachbarn verkaufen. Das erlaubt das Energiewirtschaftsgesetz ab 1. Juni 2026. Wer den Solarstrom im eigenen Quartier teilt, wird von vielen Pflichten klassischer Energielieferanten befreit. "Energy Sharing" bietet Haushalten mit Photovoltaik-Anlage damit eine neue verlässliche Einnahmequelle. Das steigert die Wirtschaftlichkeit der eigenen Anlage und kann die Stromkosten für Nachbarn senken. 

11. Trinkwasserverordnung: Trinkwasserleitungen aus Blei endgültig verboten
Trinkwasserleitungen aus Blei sind seit dem 12. Januar 2026 endgültig verboten, Bleileitungen, Teilstücke und Armaturen musste bis zu dieser Frist entfernt oder stillgelegt werden.

Hol dir jetzt unseren Förderüberblick für Heizung und alle Sanierungsmaßnahmen in der Detailansicht!

 
 
 
Quelle: energie-fachberater.de / Zukunft Altbau
 
 

Sanierungsforum

Stellen Sie Ihre Fragen an unsere Experten

Zu allen Fragen/Antworten im Sanierungsforum »

Energieberater-Suche

Finden Sie Energieberater, Handwerker und Sachverständige vor Ort

 

Förderüberblick Sanierung

 

PraxisTalk Energieberatung

 

Webinare für Energieberater

 

Online-Energieberatung

 

Sanierungsforum

hochrunter

Unsere Portalpartner

 

Energieberater-Suche

Finden Sie Energieberater, Handwerker und Sachverständige vor Ort

 

Newsletter-Abo