Kühlung beginnt mit guter Planung
Eine gute Planung sollte immer vor der Auswahl eines Gerätes stehen. Einer der wichtigsten Aspekte ist die grundsätzlich mögliche Kühlleistung. Ist sie zu gering und nicht angemessen für die Raumgröße, ist die oftmals schnelle und auf den ersten Blick preisgünstige Lösung nicht die beste Wahl. Fünf Tipps für gute Entscheidungen.
1. Was sind die Unterschiede zwischen Monoblock und Splitgerät?
Mobile Monoblock-Klimageräte vereinen alle technischen Komponenten in einem Gehäuse und werden frei im Raum aufgestellt. Die Abluft wird meist über ein geöffnetes Fenster oder eine offene Tür nach außen geführt. Sie können direkt an eine haushaltsübliche Steckdose angeschlossen werden, eine Fachinstallation ist nicht erforderlich.
Fest installierte Split-Klimageräte bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit, die über Kältemittelleitungen verbunden sind. Die Installation muss durch zertifizierte Fachbetriebe erfolgen. Im Vergleich zu Monoblock-Geräten wird der lautere Geräte-Teil nach außen verlagert.
Mobile Mini-Split-Klimageräte kombinieren die Vorteile beider Systeme: Sie bestehen ebenfalls aus Innen- und Außeneinheit, sind aber werksseitig befüllt und geschlossen, sodass Käufer:innen sie selbst aufstellen dürfen. Nötig ist lediglich ein sicherer Standort für das Außengerät, eine Ableitung für das Kondenswasser und ein geringfügig geöffnetes Fenster für die vergleichsweise dünne Kühlmittelleitung. Sie sind jedoch teurer als Monoblöcke.
2. Welche Klimageräte arbeiten effizienter?
Maßgeblich für die Effizienz ist die Effizienzkennzahl auf dem Energielabel: Bei Split-Geräten der SEER-Wert (gute Geräte liegen bei 6 bis 8 und darüber), bei mobilen Geräten der EER-Wert (üblich sind rund 2,6 bis 3,0). Da beide Labeltypen unterschiedliche Kennzahlen und Skalen nutzen, sind ihre Effizienzklassen nicht vergleichbar. Ein Splitgerät mit der Klasse A arbeitet deutlich effizienter als ein Monoblock mit derselben Klasse. Hinzu kommt ein praktisches Problem: Bei Monoblock-Klimageräten und mobilen Split-Geräten führen die Schläuche und Leitungen durch ein geöffnetes Fenster, warme Luft strömt nach und wirkt der Kühlung entgegen. Daher empfiehlt es sich, die geöffneten Fenster mindestens mit einer Abdichtung zu verschließen. Monoblocks mit nur einem Schlauch blasen Raumluft zusätzlich nach draußen und die fehlende Luft strömt durch Undichtigkeiten der Gebäudehülle von außen nach. Das senkt die tatsächliche Kühlwirkung erheblich und ist im Energielabel nicht berücksichtigt. Zweischlauchgeräte umgehen das, sind im Handel aber selten erhältlich. In großen Räumen, bei starker Sonneneinstrahlung oder schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen stoßen Monoblock-Geräte schnell an ihre Grenzen. Für dieselbe Kühlwirkung benötigen sie in der Praxis rund das Zwei- bis Dreifache an Strom wie ein fest installiertes Splitgerät. Dieses erfordert jedoch einen Wanddurchbruch und damit in Mietwohnungen die Zustimmung der Vermieter:innen. Mobile Splitgeräte kommen dagegen ohne bauliche Veränderungen aus.
3. Worauf achten beim Kauf und Betrieb von Klimageräten?
Die Kühlleistung muss zum Raum passen. Sie hängt unter anderem von der Raumgröße, der Fensterfläche, der Wärmedämmung, der Sonneneinstrahlung und internen Wärmequellen ab. Ein zu kleines Gerät läuft dauerhaft und schafft die Kühlung trotzdem nicht. Ein zu großes schaltet ständig ein und aus, arbeitet dabei ineffizient, und verschleißt schneller. Geräte mit Inverter-Technik passen ihre Leistung im Teillastbetrieb an und sind spürbar sparsamer. Das Energielabel informiert unter anderem über den Stromverbrauch und die Betriebslautstärke. Gerade für Innengeräte in Schlafräumen und für Außengeräte in der Nähe von Nachbarwohnungen ist die Lautstärke ein zentrales Kriterium.
Achten sollte man auch auf ein Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial (GWP). Diese sind langfristig sicher, während Kältemittel mit hohem GWP für Neugeräte schrittweise verboten werden. Um Energie zu sparen, sollten Klimageräte nur bei Bedarf betrieben werden, beispielsweise zum Vorkühlen eines Schlafzimmers vor dem Zubettgehen, und die Raumtemperatur nicht zu niedrig einzustellen.
Weitere Tipps für den Betrieb: Fenster und Türen geschlossen halten und Fensteröffnungen abdichten, den Abluftschlauch bei Monoblocks möglichst kurz halten und dämmen und das Außengerät bei Split-Geräten nicht zustellen oder einhausen. Split-Klimageräte sollten zudem regelmäßig gewartet werden. Dazu gehören insbesondere die Reinigung der Filter sowie die Kontrolle des Kondenswasserablaufs.
4. Gibt es gibt Förderungen für Klimageräte?
Ein Split-Gerät ist in der Anschaffung teurer als ein Monoblock, hinzu kommen noch die Kosten für die fachgerechte Installation. Ein reines Kühlgerät wird nicht gefördert. Eine kühlende Splitanlage ist technisch jedoch eine Luft-Luft-Wärmepumpe und kann über die Heizungsförderung der KfW bezuschusst werden. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Anlage in dem Bereich, wo sie installiert ist, die bisherige Heizung ersetzt beziehungsweise ergänzt und den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs deckt.
5. Welche Alternativen gibt es zu Klimageräten?
Am effektivsten ist es, die sommerliche Hitze gar nicht erst in die Wohnung gelangen zu lassen. Dazu gehören richtiges Lüften sowie außenliegende Verschattung, etwa durch Rollläden, Jalousien oder Markisen. Innenliegende Vorhänge wirken deutlich schwächer. Langfristig kann auch eine Sonnenschutzverglasung dazu beitragen, die Aufheizung von Gebäuden deutlich zu reduzieren. Eine kostengünstige Alternative zu Klimageräten sind Ventilatoren. Sie senken zwar nicht die Raumtemperatur, können aber bei vielen Menschen durch die Luftbewegung ein angenehmes Gefühle bewirken und insbesondere in warmen Sommernächten für mehr Komfort sorgen. Zudem verbrauchen sie deutlich weniger Strom als Klimageräte. Hilfreiche Tipps für den sommerlichen Wärmeschutz findest du in unserem Ratgeber.
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