19.03.2020

Was tun bei Sanierungsstau? Tipps und Wege

Zustands-Analyse, Energieberatung, Sanierungsplan

Manche Hausbesitzer unterschätzen die Bedeutung der systematischen Instandhaltung, andere, vor allem ältere Bewohner, sind mit nötigen Maßnahmen teilweise überfordert. Auch Käufer eines Altbaus kennen das Problem: Sanierungsstau! Die Immobilie verliert so nicht nur an Wert, auch der Wohnkomfort sinkt. Und Käufer sehen sich vor einem unüberschaubaren Aufgabenberg. Gibt es Wege aus dem Sanierungsstau? Tipps für Eigentümer und Käufer.

Sanierung Fassade FrühjahrBild größer anzeigen
Wurde die Instandhaltung einer Immobilie lange vernachlässigt, entsteht ein Sanierungsstau. Mit Hilfe einer Energieberatung kann dann ein sinnvoller Sanierungsfahrplan erstellt werdenFoto: Energie-Fachberater.de

Wer sein Haus nicht pflegt, muss auf Dauer deutlich mehr in die Sanierung der Schäden investieren, als für die laufende Instandhaltung nötig wäre. Deshalb raten Experten zur systematischen Pflege. So wie die Wartung beim Auto lohnt sich auch die systematische Pflege der Immobilie, schließlich wollen wir lange darin wohnen. Auch wer den Wiederverkauf eines Tages plant, zum Beispiel um die Familienimmobilie gegen eine seniorengerechte einzutauschen, der tut gut daran, die laufende Instandhaltung zu dokumentieren, Rechnungen für Reparaturen und Modernisierungsmaßnahmen aufzuheben. Kaufinteressenten und Nachfolger können daran den Erhaltungszustand ablesen. Oft genug aber sind ältere Bewohner mit der Größe der Immobilie überfordert, nötige Instandhaltungsmaßnahmen bleiben aus. Manchmal fehlen auch die finanziellen Mittel oder eine Immobilie steht länger leer. Das Ergebnis ist ein Sanierungsstau und die Bewohner oder auch Käufer stehen vor einem riesigen Aufgabenberg.

Tipp 1: Überblick verschaffen - Sachverständiger hält Ist-Zustand fest
Erst, wenn die Immobilie systematisch begutachtet wird, lassen sich sinnvolle Instandhaltungsarbeiten und bauphysikalisch aufeinander abgestimmte Sanierungsmaßnahmen für die Zukunft definieren, die dann Schritt für Schritt umgesetzt werden. Das Problem: Viele Eigentümer vernachlässigen die regelmäßige Pflege und beginnen dann irgendwo mit der größeren Sanierung, manche bei der Fassade, andere bei der Heizung, wieder andere bei Fenstern oder Dach. Sie suchen Handwerker und lassen sich Angebote machen. Weil sie dabei den Handwerkern auch die Lösungsvorschläge überlassen, kommen viele unterschiedliche Angebote heraus, die sich inhaltlich und finanziell nicht miteinander vergleichen lassen und von denen viele dem Gebäude eher schaden als nutzen. Außerdem muss bedacht werden, dass jede Maßnahme am Altbau bauphysikalische Konsequenzen nach nach sich zieht. Wir können nicht einfach ein Wärmedämm-Verbundsystem auf die Fassade kleben, ohne vorher genau zu berechnen, wie es aufgebaut sein muss. Wird das nicht oder falsch berechnet, besteht die große Gefahr, dass die Hauseigentümer sich Feuchte- und in der Folge Schimmelschäden ins Haus holen. Am Anfang steht deshalb immer die Analyse: Was für ein Haus haben wir, in welchem Zustand ist die Substanz, in welchem die Haustechnik? Welche Schäden hat das Objekt und was hat diese verursacht?

Tipp 2: Maßnahmen festlegen - Energieberatung hilft bei Sanierungsplanung
Wer seine Sanierung und Instandhaltung mit System angehen will, braucht sachverständige Unterstützung. Nur so kann er seinen ganz persönlichen Sanierungs- und Instandhaltungsplan entwickeln, Schäden vermeiden und den Wert der Immobilie erhalten. Halten sich die Hausbesitzer später an die mit dem Experten entwickelten Arbeitsschritte, ist ihre Immobilie stets in Ordnung und technisch auf der Höhe der Zeit. Beim Wiederverkauf macht sich das positiv bemerkbar. Ein guter Ausgangspunkt für die Sanierung ist deshalb eine Energieberatung. Ein Großteil der Kosten dafür wird sogar durch einen Zuschuss vom BAFA abgedeckt. Aus der Energieberatung ergeben sich je nach Haus unterschiedliche Sanierungsempfehlungen, die sinnvollerweise auch in einer bestimmten Reihenfolge erledigt werden sollten, damit durch die Sanierung keine Schäden entstehen. Zusammen mit dem Experten überlegen Eigentümer eine sinnvolle und ins Budget passende Reihenfolge und Zeit- und Kostenplanung.

Tipp 3: Kassensturz bringt Klarheit über Finanzen - Förderung entlastet Budget
Nicht immer kann ein Sanierungsstau auf einen Rutsch behoben werden, denn oft sind die finanziellen Mittel begrenzt. Umso wichtiger ist es für Eigentümer, sich rechtzeitig zum Thema Förderung zu informieren, denn Zuschüsse und günstige Förderkredite entlasten das Budget erheblich! Darüber hinaus bringt ein Kassensturz Überblick zu den finanziellen Mitteln: Wie viel haben wir auf der hohen Kante? Gibt es vielleicht einen Bausparvertrag, der eingesetzt werden kann?

Hier eine kleine Übersicht, welche Sanierungsmaßnahmen mit welchem Budget machbar sind:

  • 5.000 Euro --> Die Dämmung der Kellerdecke bringt viel und kostet nicht allzu viel.
  • 10.000 Euro --> Für dieses Budget bekommt man im alten Einfamilienhaus zum Beispiel neue Fenster, eine neue Heizung, allerdings ohne Verteilsystem. Ebenso möglich ist eine komplette Lüftungsanlage mit allen nötigen Anschlüssen.
  • 20.000 Euro --> Dafür bekommen Eigentümer ein neues Dach, sprich, die Dachhaut aus Ziegel und Wärmedämmung, allerdings ohne den Innenausbau.
  • 30.000 Euro --> Damit lässt sich zum Beispiel die Fassadendämmung eines Einfamilienhauses bezahlen.
 
 
 
Quelle: Verband privater Bauherren (VPB) / Energie-Fachberater.de
 

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