--> Wichtig im Vorfeld der Schimmelsanierung: Zunächst sollte die Ursache für den Schimmel (Feuchtigkeitsquelle) beseitigt werden. Danach kann der Schimmel (mikrobieller Befall) bekämpft werden.
Stufen und Arbeitsschritte bei der Schimmelsanierung
Die eigentliche Schimmelsanierung gliedert sich in folgende Arbeitsschritte:
--> Grundsatz bei der Schimmelsanierung: Die Entfernung mit Schimmel belasteter oder stark durchfeuchteter Materialien hat gegenüber der Desinfektion immer Vorrang! So lassen sich die möglichen Quellen zukünftiger Belastungen mit Schimmel ausschalten.
Dekontaminierung: Entfernung mit Schimmel belasteter Materialien - Ausbreitung von Staub und Sporen vermeiden
Bei der Entfernung belasteter Materialien muss darauf geachtet werden, dass eine unnötige Aufwirbelung und Freisetzung sowie Ausbreitung von Staub, Sporen und anderen mikrobiellen Partikeln vermieden wird. In der Praxis kann oft beobachtet werden, dass vom Schimmel befallene Oberflächen (Tapeten, Putz oder Farbe) nur mit einem Besen abgefegt, mit einer Drahtbürste abgebürstet oder abgekratzt werden. Das sollte genauso wie das Abschaben, Abspachteln mit einem Spachtel oder das Absaugen mit einem normalen Staubsauger oder Baustaubsauger unbedingt vermieden werden!
Desinfektion: Handwerkliche, chemische oder physikalische Methoden
Wie bei der Dekontaminierung (Entfernen der vom Schimmel befallenen Materialien) wird auch bei der Desinfektion zur Schimmelpilzsanierung zwischen einem oberflächlichen Schimmelbefall und einer Hohlraumsanierung unterschieden. Hierfür stehen je nach Anwendung mit der handwerklichen Methode (Abflammen / Abbrennen), der chemischen Methode (Sprühen, Foggen oder Schäumen von Desinfektionsmitteln) sowie der physikalischen Methode (Entkeimung durch UV-Licht oder Heißdampfen) drei Methoden zur Verfügung. Das Einsatzgebiet sowie die Anwendungsgrenzen sind hierbei zum Teil sehr verschieden und müssen immer auf den Einzelfall abgestimmt werden.
Chemische Desinfektion
Am häufigsten wird die chemische Desinfektion durchgeführt. Hierfür werden verschiedene Desinfektionsmittel eingesetzt, die unterschiedliche Wirkungen besitzen, zum Beispiel:
Anwendung der Desinfektionsmittel ist abhängig vom Sanierungsverfahren
Die Wirkungsdauer der verschiedenen Desinfektionsmittel ist unterschiedlich lang. Außerdem wirken einige Wirkstoffe fungizid (pilztötend) und andere nur fungistatisch (pilzhemmend). Deshalb müssen die Einsatzgebiete der verschiedenen Desinfektionsmittel bekannt sein und gegebenenfalls auch beim Hersteller hinterfragt werden. Vor allem dann, wenn nach der Desinfektion einige Zeit bis zur weiteren Sanierung oder endgültigen Beschichtung vergeht, sollte der Zeitraum einer desinfizierenden Wirkung bekannt sein. Auch bei den Desinfektionsmitteln muss eine Untergrundverträglichkeit gegeben sein. Deshalb sollte eine Probefläche angelegt werden.
Die Anwendung von Desinfektionsmitteln erfolgt in Abhängigkeit vom Verfahren (Methode) und dem Bauteil sowie der Eindringtiefe des Schimmelbefalls entweder durch Einsprühen, Einstreichen, Abwaschen, Fluten, Schäumen oder Vernebeln. Während Einsprühen, Einstreichen oder Abwaschen Methoden zur Oberflächendesinfektion sind, werden Fluten, Schäumen und Vernebeln bei der Hohlraumdesinfektion eingesetzt.
Feinreinigung
Die Reinigung nach dem Entfernen der befallenen Materialien wird als Feinreinigung bezeichnet. Mit einer sorgfältigen Reinigung sollen sämtliche Stäube, Schimmelbestandteile und mikrobielle Partikel entfernt werden. Zum Einsatz kommen dabei je nach Oberfläche Industriestaubsauger der Staubklasse H, Luftreinigungsgeräte der Klasse H und die Feuchtreinigung mit tensidhaltigen Reinigungsmitteln. Auch eventuelle Abschottungen und Schleusen müssen in diesem Schritt gereinigt werden. Der Einsatz von Bioziden ist bei der Feinreinigung nicht erforderlich!
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