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08.05.2026
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Dynamische Stromtarife: Was ist das und für wen lohnt sich das?

Strom für Heizen und Laden nutzen, wenn er gerade günstig ist

Alle Energieversorger müssen inzwischen dynamische Stromtarife (auch variable Stromtarife genannt) anbieten. Dynamische Stromtarife sollen dabei helfen, Strom dann zu verbrauchen, wenn er reichlich vorhanden und damit günstig ist. Vor allem Haushalte mit E-Auto, Wärmepumpe und Heimspeicher können Strom zeitlich flexibel nutzen. Diese sogenannte Lastverschiebung in Haushalten könnte sinkende Stromkosten für alle Verbraucher:innen bedeuten. Doch wann lohnt sich das für private Haushalte? Das müssen Eigentümer wissen.

Strommast und Stromleitung
Mit dynamischen Tarifen können auch private Haushalte ihren Strom dann beziehen, wenn er günstig istFoto: Pixabay / FelixMittermeier

Die Studie "Haushaltsnahe Flexibilitäten nutzen – Wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und Co. die Stromkosten für alle senken können" der Agora Energiewende hat das Sparpotenzial durch dynamische Stromtarife berechnet: Demnach kann ein Vier-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe perspektivisch rund 600 Euro im Jahr sparen. Denn flexible Verbraucher:innen können ihren Stromverbrauch – in der Regel automatisiert – besser an Zeiten mit niedrigen Preisen ausrichten. Aber auch alle anderen Kund:innen zahlen nach der Prognose weniger: Sie sparen durchschnittlich 1 Cent je Kilowattstunde, was bei einem Vier-Personen-Haushalt inklusive Mehrwertsteuer rund 42 Euro Ersparnis jährlich bedeutet. Zusätzlich profitieren alle Haushalte von niedrigeren Netzausbaukosten und besser ausgelasteten Netzen.

Seit wann gibt es dynamische Stromtarife?
Seit Anfang 2025 können Haushalte in Deutschland dynamische Stromtarifen nutzen. Energieversorger sind nach dem "Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG)" - § 41a Lastvariable, tageszeitabhängige oder dynamische und sonstige Stromtarife - verpflichtet, solche Tarife anzubieten. Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt auch vor, dass Stromanbieter auf die Vor- und Nachteile dynamischer Stromtarife hinweisen müssen.

Wie funktioniert ein dynamischer Stromtarif?
Solche Tarife passen sich an die im Tagesverlauf schwankenden Börsenstrompreise an, statt einen festen Preis zu bieten. Ist also Strom zum Beispiel zu Zeiten von viel Wind und Sonne günstig, können private Haushalte Stromkosten sparen, wenn sie ihren Verbrauch in diesen Zeitraum verlagern. Wichtige Fragen und Antworten zu dynamischen Stromtarifen stellt auch die Bundesnetzagentur online zur Verfügung. 

Wer kann dynamische Stromtarife nutzen?
Voraussetzung für die Nutzung ist ein sogenannter Smart Meter, also ein intelligenter Stromzähler. Diese machen es möglich, den Stromverbrauch effizient zu steuern. Interessant sind dynamische Stromtarife vor allem für Haushalte mit E-Auto, Wärmepumpe und Heimspeicher.

Für normale Privathaushalte sind die Tarife allerdings eher nicht geeignet, denn diese können nur einen sehr geringen Teil ihres täglichen Stromverbrauchs zeitlich verlagern. Gleichzeitig tragen sie aber vollständig das Risiko hoher Strombörsenpreise.

Was ist der Vorteil dynamischer Stromtarife?
Durch die Transparenz der Strompreise sollen Verbraucher dazu angeregt werden, Strom dann zu verbrauchen, wenn viel davon zur Verfügung steht. Diese Verlagerung des Stromverbrauchs hat gleich mehrere Vorteile: Zum Einen sparen Haushalte Stromkosten. Zum Anderen verringern sich Einsatzdauer und Kosten von Reservekraftwerken und alle Haushalte profitieren von niedrigeren Netzausbaukosten und besser ausgelasteten Netzen.

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Wie nutze ich einen dynamischen Stromtarif im Eigenheim? Beispiel 1: Wärmepumpe
Wer eine Wärmepumpe zu Hause hat, kann mit einem dynamischen Stromtarif Kosten sparen. Geheizt wird vor allem dann, wenn der Strompreis gerade niedrig ist. Ist das der Fall, schaltet sich die Wärmepumpe bei Wärmebedarf automatisch an und beheizt das Haus. Überschüssige Wärme kann von einem Pufferspeicher zwischengespeichert werden. Er hält das Wasser über mehrere Stunden warm. Die Wärme gibt er möglichst dann an die Heizkörper ab, wenn wieder geheizt werden muss, der Strom aber gerade teuer ist. 

Je mehr Wärme zeitweise in einem Pufferspeicher zwischengelagert werden kann und je besser dabei das Gebäude gedämmt ist, desto länger kann man auf einen günstigen Strompreis warten, ohne dass das Haus zu sehr auskühlt. Technische Voraussetzung neben dem intelligenten Messsystem ist auch eine passende Funktion zur Regelung der Wärmepumpe.

Wie nutze ich einen dynamischen Stromtarif im Eigenheim? Beispiel 2: Stromspeicher
Wer einen Stromspeicher besitzt, kann den Akku bei niedrigen Börsenstrompreisen und ausbleibendem Sonnenschein aufladen und den Strom dann nutzen, wenn der Strompreis höher ist. Ist der Strom günstig, etwa nachts, wenn viel Windenergie im Netz ist, können Eigentümer:innen die Zeit nutzen, um ihren Speicher zu laden. Früh morgens, wenn die Sonne noch nicht scheint und der Preis wieder höher ist, entlädt man die Batterie, um seinen morgendlichen Stromverbrauchs zu decken.

Wie nutze ich einen dynamischen Stromtarif im Eigenheim? Beispiel 3: E-Auto
Nützlich ist der variable Strompreis auch, wenn man ein Elektroauto hat. Es kann bei günstigen Strompreisen geladen werden - das spart Kosten. Bidirektionales Laden ist eine weitere Möglichkeit, von variablen Stromtarifen zu profitieren. Autos, die diese Funktion haben, können den billigen Strom aus dem E-Auto-Akku in Zeiten von hohen Strompreisen wieder in das Haus zurückspeisen. Diese "Vehicle to Home" (V2H, vom Auto in das Haus) genannte Nutzung bieten bereits einige Hersteller in Verbindung mit einer geeigneten Wallbox an. Eine andere Variante, für die derzeit auf Bundesebene eine gesetzliche Regelung erarbeitet wird, ist die Rückspeisung aus dem Akku in das Stromnetz (Vehicle-to-Grid, V2G). Beim Kauf eines Elektroautos kann es sich also auch lohnen zu prüfen, ob das Auto technisch für bidirektionales Laden ausgestattet ist.

Für das Zurückspeisen von E-Auto-Akkus in das Netz hat der Bund zum 1. Januar 2026 die rechtlichen Hürden gesenkt. Wird Strom wieder in das Netz eingespeist, ist dieser Strom künftig von den Netzentgelten und der Stromsteuer befreit. Das vermeidet eine Doppelbesteuerung – beim Aufladen des Akkus hat man diese ja bereits bezahlt. 

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Quelle: energie-fachberater.de / Agora Energiewende / Zukunft Altbau
 
 

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