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09.09.2022
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Diebstahl von Photovoltaik-Zubehör nimmt in Energiekrise zu

Präventive Empfehlungen und Tipps für Betreiber von Solaranlagen

Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise sind Solaranlagen aktuell sehr gefragt. Doch Solarkollektoren und solarthermische oder photovoltaische Anlagen und das Zubehör haben ihren Preis und sind aufgrund ihrer Werthaltigkeit auch für Diebe und Hehler ein interessantes Zielobjekt. Aufgrund steigender Fallzahlen hat das Landeskriminalamt Sachsen präventive Empfehlungen veröffentlicht, die auch für private Hauseigentümer hilfreich sind.

Photovoltaik-Anlage
Sind die Solarmodule leicht zugänglich, sollten Eigentümer besonders auf die Sicherung achtenFoto: energie-fachberater.de

Im ersten Halbjahr des Jahres 2022 stiegen die Fallzahlen beim Diebstahl von Solartechnik in Sachsen gegenüber den vergangenen Vergleichszeiträumen deutlich an. Im Zuge der Auswertung der Daten wurde festgestellt, dass durch die Täter nicht nur Module sowie Gleich- und Wechselrichter entwendet werden, sondern ebenso Solarpanele, zugehörige Kabel und Batteriespeicher.

Diebstahl von Solaranlagen immer öfter auch von privaten Grundstücken und Garagen

Die Solartechnik wird hauptsächlich von Dächern größerer Hallen/Lager und von Solarfeldern/-parks fachgerecht abmontiert und entwendet. Hinzu kommen aber auch immer häufiger Diebstahlshandlungen kleinerer Anlagen oder deren Bauteile von Garagenkomplexen und privaten Grundstücken. Die Täter sind oft sehr gut organisiert, die Diebstähle erfolgen arbeitsteilig, in kurzer Zeit und vermutlich nachts. Die Diebe transportieren das Diebesgut mit Kleintransportern oder Lastkraftwagen ab.

9 präventive Empfehlungen und Tipps, um den Diebstahl von Solaranlagen zu erschweren:

  1. Besonders diebstahlgefährdet sind Photovoltaik-Anlagen auf unbewohnten oder abgelegenen Gebäuden (z. B. landwirtschaftliche Gebäude, Lagerhallen, Verwaltungsgebäude) und Freiflächenanlagen.
  2. Wesentliche Anlagenteile wie Solarmodule und teilweise auch im Freien installierte Wechselrichter sollten sich nur mit Spezialwerkzeug oder durch Zerstörung lösen lassen. Dies kann u. a. durch Einschlagen von Metallkugeln in Innensechskantschrauben, Verwenden von Schrauben mit Sollbruchstellen oder Verklebungen erfolgen. 
  3. Bei Dachanlagen ist auch darauf zu achten, dass potenzielle Aufstiegshilfen, wie Leitern, Mülltonnen, Gartenmöbel u. ä., gesichert bzw. weggeschlossen werden, um Tätern die Arbeit nicht zu "erleichtern".
  4. Je mehr Aufwand der Diebstahl erfordert, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Täter von seinem Handeln absieht. Der Faktor "Zeit" hat insoweit einen große Bedeutung: Eine längere "Arbeitszeit" für die Täter bedeutet ein größeres Risiko, beim Diebstahl entdeckt zu werden.
  5. Freiflächenanlagen stehen häufig auf abgelegenen Freiflächen mit einer großen Anzahl zugänglicher Module. Zur Absicherung der Freiflächenanlagen ist die Errichtung einer entsprechenden Zaunanlage (z. B. Doppelstabgittermattenzaun, 2,50 Meter hoch, gegebenenfalls mit Übersteig-/Unterkriechschutz) ein wesentliches Grundelement. Einfache Maschendraht- oder Wildzäune als Einfriedung entfalten wenig bzw. keine Schutzwirkung. Die Tore der Zufahrten sind in der gleichen Höhe wie die Zaunanlage zu verbauen. Konkrete Zufahrts-/Zutrittsberechtigungen und die Festlegung von Schlüsselregelungen erhöhen ebenfalls die Sicherheit.
  6. Neben der Sicherung der im Freien installierten Anlagenteile sollen Gebäude und Räume mit Solaranlagen eine mechanische Grundsicherung aufweisen. Dazu gehört die Sicherung aller Außentüren/-tore, der Fenster, ggf. Kellerlichtschächte und sonstiger sicherheitsrelevanter Gebäudeöffnungen.
  7. Zusätzlich sollte für eine frühzeitige Detektion von Diebstahlversuchen und rechtzeitige Intervention auch die Errichtung von Einbruchmelde- und Videoüberwachungsanlagen in Erwägung gezogen werden. Bei Letzterem sind natürlich die datenschutzrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
  8. Betreiber von Solaranlagen sollten ihre Anlagen regelmäßig kontrollieren und dabei auf Unregelmäßigkeiten insbesondere auf Markierungen oder Beschädigungen am Zaun achten. Bei verdächtigen Wahrnehmungen sollte sofort die Polizei verständigt werden.
  9. Die wesentlichen Anlagenteile wie z. B. Solarmodule werden zwar von den Herstellern individuell nummeriert, die Beschriftungen sind aber herstellerabhängig meistens nur mit lösbaren Aufklebern angebracht. Deshalb wird empfohlen, die Module/Geräte zusätzlich selbst individuell zu kennzeichnen bzw. zu codieren. Dazu eignet sich z. B. ein selbsterklärender Code, die sogenannte Eigentümer-Identifizierungs-Nummer (EIN). Diese setzt sich aus der Stadt- bzw. Landkreiskennung (Kfz-Kennzeichen), Gemeindeschlüssel, Straßenname, Hausnummer sowie den Initialen des Eigentümers zusammen. Der Vorteil dieser Kennzeichnungsmethode liegt unter anderem darin, dass eine Zuordnung selbst dann möglich ist, wenn ein Diebstahl noch nicht bemerkt wurde. Eine Täterüberführung wird dadurch erleichtert, das Diebesgut wird für Hehler uninteressant und eine Eigentumszuordnung ist schnell möglich. Die Kennzeichnung sollte gut sichtbar und möglichst dauerhaft angebracht werden.


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Quelle: Landeskriminalamt Sachsen
 
 

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