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31.05.2022
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Steuerbefreiung für kleine Photovoltaik-Anlagen

Einkünfte von Anlagen bis 10 kWp müssen nicht in Steuererklärung

Die Einkünfte aus kleinen Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung bis 10 kWp müssen jetzt nicht mehr bei der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Auf diese Regelung haben sich die Bundesländer und Bundesfinanzministerium geeinigt. Die Steuerbefreiung gilt für Photovoltaik-Anlagen, die nach dem 31. Dezember 2003 errichtet wurden. Die Neuregelung macht Solaranlagen für private Eigentümer:innen attraktiver und spart Bürokratie.

Einfamilienhaus mit Photovoltaik-Anlage
Sich selbst mit Solarstrom zu versorgen, wird mit der Steuerbefreiung für kleine Photovoltaik-Anlagen noch attraktiverFoto: energie-fachberater.de

Eine Photovoltaik-Anlage liefert nicht nur Solarstrom für den Eigenbedarf, sondern speist in der Regel auch einen Teil des erzeugten Stroms ins öffentliche Stromnetz ein. Das dafür erhaltene Entgelt (die Einspeisevergütung) gilt steuerlich als Einnahme aus einem Gewerbebetrieb. Eigentümer:innen der Anlage müssen deshalb eigentlich jedes Jahr im Rahmen der Einkommensteuererklärung eine sogenannte Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) abgeben.

Das gilt allerdings nicht mehr für kleinere Solarstromanlagen: Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass Einkünfte aus dem Betrieb kleiner Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von maximal 10 kWp von der Einkommensteuer künftig nicht mehr erfasst werden. Diese Regelung gilt für "Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 10 kW, die auf zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder unentgeltlich überlassenen Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken einschließlich Außenanlagen (z. B. Garagen) installiert sind und nach dem 31. Dezember 2003 in Betrieb genommen wurden."

Einkünfte aus den oben genannten Solarstromanlagen müssen in der Einkommensteuererklärung also nicht mehr angegeben werden. Gibt es mehrere Photovoltaik-Anlagen, werden die Leistungen der Einzelgeräte addiert.

Was müssen Eigentümer:innen für die Steuerbefreiung tun?
In einem schriftlichen Antrag kann gegenüber dem Finanzamt erklärt werden, dass die Photovoltaik-Anlage ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird. Damit entfällt die Pflicht zur Angabe der Einkünfte für die Einkommensbesteuerung. Die Erklärung gilt rückwirkend für noch unversteuerte Vorjahre sowie für die künftige steuerliche Veranlagung.

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Steuerbefreiung macht Photovoltaik-Anlagen attraktiver
Bisher waren auch für kleine Photovoltaik-Anlagen umfangreiche Erklärungspflichten erforderlich, die in den Finanzämtern wiederum geprüft werden mussten. Solche Pflichten fallen nun weg. Die Steuerbefreiung trägt dazu bei, den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen attraktiver zu machen und so Energiewende und Klimaschutz zu stärken.

Geringe Einspeisevergütung ist Grund für Steuerbefreiung
Mit sinkender Einspeisevergütung stand der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag kleiner Photovoltaik-Anlagen: Anlagen bis 10 kWp, die neu errichtet werden, erhalten längst deutlich weniger als zehn Cent Einspeisevergütung je Kilowattstunde. Daraus ergeben sich durchschnittlich weniger als 100 Euro Gewinn im Jahr. Wird der Strom teilweise selbst verbraucht, fällt der Gewinn noch geringer aus. Vor diesem Hintergrund werden auch immer häufiger neben der Photovoltaik-Anlage Solarstromspeicher installiert, um den nicht eingespeisten und nicht unmittelbar selbstverbrauchten Strom für den künftigen Eigenbedarf vorhalten zu können. Der Batteriespeicher verursacht weitere Investitionskosten und im Einzelfall auch Finanzierungskosten, so dass der steuerliche Gewinn noch geringer ausfällt.

Wichtig zu wissen:
Diese Steuerbefreiung gilt nicht, wenn es eine Nutzungsänderung gibt (Gebäude wird nicht mehr zu Wohnwecken genutzt) oder die Photovoltaik-Anlage über eine Leistung von 10 kWp vergrößert wird. Die steuerpflichtige Person muss dann dem zuständigen Finanzamt schriftlich mitteilen, dass die Voraussetzungen für die Steuervereinfachung entfallen sind.

Außerdem ist die Steuerbefreiung nicht immer von Vorteil: Gerade in den ersten Jahren nach Installation kann sich die Versteuerung erzielter Erträge aus der eigenen Photovoltaik-Anlage steuermindernd auswirken und damit finanziell attraktiver sein als eine Steuerbefreiung. Bevor sich Eigentümer:innen also von der Steuerpflicht für ihre Anlage befreien lassen, kann deshalb ein Beratungsgespräch mit einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin sinnvoll sein.

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Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg / Bundesfinanzministerium
 
 

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