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Expertenrat

Welche Lösung eignet sich am besten zum Dämmen der Heizkörpernischen?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Daniel H. am 28.02.2021 

Wir möchten unsere Heizungsnischen in einem 80er-Jahre Massivhaus schließen, da nach der Sanierung eine Fußbodenheizung eingebaut wird. Die Außenwand wurde mit 30 cm Bimssteinen errichtet. Zum Verschließen der Heizungsnischen liest man von unterschiedlichsten Möglichkeiten, was uns etwas ratlos zurücklässt, da wir nicht wissen, welche die beste Möglichkeit ist.

1) Ausmauern mit Ytong Steinen mit Hohlraum zwischen Außenwand und Ytongstein.
2) Ausmauern mit Ytong Steinen, dabei soll der Ytong Stein auch an die Außenwand geklebt werden, damit kein Hohlraum entsteht.
3) Ausmauern mit Ytong Stein und dahinter mit Steinwolle dämmen, sodass kein Hohlraum mehr vorhanden ist (ist hier eine Dampfbremse einzubauen und wenn ja wie?).
4) Steinwollplatten zur Dämmung und Schließen der Nische mit Rigipsplatte (auch hier stellt sich die Frage nach einer Dampfbremse).

Bei den Varianten mit Ytong Stein ergibt sich wahrscheinlich oben ein kleiner Spalt zum vorhandenen Fensterbrett, ist dieser wg. Feuchtigkeit im Hinblick auf eine mögliche Schimmelgefahr bedenklich (wie könnte dieses Risiko vermieden werden)?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Mit dem Zusetzen von Heizkörpernischen mit einem dämmenden Material trägt man erheblich zur Verringerung der Heizkosten und zur Verbesserung der Behaglichkeit bei. Die Möglichkeit dazu sind vielfältig.

Das Ausmauern mit Ytongsteinen (Gasbeton) ist eine Möglichkeit. Ein leerer Hohlraum zwischen Außenwand und Ytongstein ist dabei weder erforderlich noch sinnvoll, da so wertvoller Raum zum Dämmen verloren geht. Einen Raum zwischen dem Ytongstein und der Nischenwand mit Mineralwolle zu verfüllen ist dagegen sinnvoll. Man erhält so eine lokale Wandkonstruktion mit Kerndämmung und kann ohne weitere Hilfskonstruktionen die Heizkörperkonsolen wieder anbringen.

Eine Dampfbremse ist nicht erforderlich, jedoch sind einige andere Aspekte zu berücksichtigen. Der Boden, auf den Sie die Gasbetonsteine stellen, sollte massiv sein (Betondecke?). Die in die Heizkörpernische versetzten Steine werden geputzt. Um den Übergang rissfrei zu halten, muss der vorhandene Putz der angrenzenden Wand mindestens 10 cm breit abgeschlagen werden. Der neue Putz wird dann mithilfe eines eingelegten Gewebes (20 cm breit) aufgezogen. Ein kleiner (bis 3 cm) Spalt zum Fensterbrett kann mithilfe von speziellem Kompriband für Innenanwendung abgedichtet werden, das vor dem Putzen eingelegt wird und dann expandiert. So wird diese Fuge luftdicht gemacht. Ansonsten muss der Gasbeton gesägt werden.

PU-Montageschaum ist hier keine Lösung, da der ausgehärtete Schaum versprödet und abreißen kann. Die gesamte Konstruktion muss gegenüber einem möglichen Hohlraum luftdicht ausgeführt werden. Allerdings geht es mit dem weitaus besser dämmenden Mineralschaum (ähnlich Gasbeton, Multipor) noch eleganter, da hier wegen der guten Dämmung des Mineralschaumes auf den mit Mineralwolle ausgefüllten Hohlraum ganz verzichten werden kann. Mineralschaum ist ähnlich zu verarbeiten wie Gasbeton.

Lassen Sie sich vom Mineralschaumanbieter die Eignung bestätigen und die Konstruktion bauphysikalisch nachweisen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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