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Expertenrat

Wie gehen wir bei der Dämmung der Kellerwände von innen vor?

Frage von Angelika U. am 24.08.2022 

Wir möchten unseren Kellerraum als Wohnraum nutzen und ihn deshalb isolieren. Es ist ein trockener Betonkeller, wo schon zwei Räume ausgebaut sind. Allerdings ist da eine hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer, wo wir mit einem Entlüfter nachhelfen müssen. Für die Wände sind wir uns deshalb unsicher, ob eine 3 cm starke Verbundplatte reicht oder ob es besser ist, eine 3 cm Isolierung und 1,5 cm OSB Platten als Dampfsperre zu nehmen?

Für den Bodenbelag sind 4 cm Estrich vorhanden, auf die wollen wir 3 cm Isolierung und 1,5 cm OSB Platten und darauf ein Vinyl Click Boden mit 0,5 cm verlegen. Für den Aufbau des Bodens haben wir 5 cm zur Verfügung. Hoffe, sie können uns da weiterhelfen, damit wir ein gutes Ergebnis erreichen.

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Eine Styropor-Gipskarton-Verbundplatte führt unter der Voraussetzung einer trockenen Kelleraußenwand zu einer gut funktionierenden Innendämmung. Eine Dampfbremse, gleich welcher Art, ist hierbei nicht erforderlich. Die Dämmstoffstärke sollte jedoch höher ausfallen, wenn die Räume im Winter als Wohnraum dauerhaft genutzt werden (WLG 32; 6cm).

Bei der Verlegung ist darauf zu achten, dass die Verbundplatten lückenlos verlegt werden (auch in den Fenster- und Türlaibungen). Vermeiden Sie Unterputzinstallationen für Strom und Heizung. Ich empfehle, auch die Innenwände im Keller mit einer Innendämmung zu versehen. Die senkrechten Platten sollten nicht auf dem Kellerboden aufstoßen. Legen Sie zuerst einen Streifen Styropor in der Stärke der Gesamtplatte in die Ecke und stellen Sie dann die Platte beim Ankleben darauf. Die verlegten Platten dürfen nicht mit Raumluft hinterströmt werden. Die Verklebung verlangt daher eine randnahe und umlaufende Kleberwulst. An den Rändern ist immer eine dauerelastische Dichtungsfuge zu setzen.

Für den Fußboden sollte ein druckbelastbarer Dämmstoff mit sehr geringer Wärmeleitfähigkeit (kleiner WLG 035) Verwendung finden (z.B. Styrodur oder PU-Schaum). Als Trockenestrich kann ich mir zwei 9 - 12 mm starke OSB-Plattenlagen vorstellen, die kreuzweise verlegt, verklebt und verschraubt werden. Eine Dampfbremse ist auch hier nicht erforderlich, allerdings muss auch dieser Aufbau luftdicht zu den Rändern ausgeführt werden.

Ich empfehle Ihnen, die Ursachen der hohen Luftfeuchtigkeit im Sommer zu ermitteln. Wahrscheinlich handelt es sich um in den kühlen Keller einfließende warme Außenluft, die nicht nur zu einer erhöhten relativen Luftfeuchtigkeit führt, sondern auch in kritischen Ecken bei ungünstiger Witterung (sehr warme und feuchte Außenluft) eine oberflächliche Feuchteerhöhung zur Folge hat.

Achten Sie daher darauf, im Sommer möglichst nur morgens oder am späten Abend intensiv zu lüften. Empfehlenswert wäre eine einfache, aber automatisch funktionierende Be- und Entlüftungsanlage, die nur dann in Betrieb geht, wenn die Luftfeuchtigkeitsverhältnisse (innen und außen) sowie die Lufttemperaturen es zulassen.


Kommentare

Angelika U.

Wir hätten noch eine Frage wegen der Isolierung. An den Kellerwand verläuft ein 100-er Abwasserrohr (von der Decke nach unten und dann noch quer) mit Anschluss für Spüle und Spülmaschine. Wie machen wir das am besten mit der Isolierung, da wir dahinter nur 2,5 cm Platz haben?

Dipl.-Ing. Frank Nowotka

Auf jeden Fall den Bereich hinter dem Rohr so gut es geht dämmen. Dafür eignet sich ein weicher Dämmstoff, wie z.B. Holzfaserdämmplatten, PE-Schaum oder Mineralwolle. Achten Sie darauf, dass die Luftdichtheit trotz der Unterbrechung durch das Abwasserrohr nicht beeinträchtigt wird. Auch möglich: Einen luftdicht verschlossenen, mit Dämmmaterial ausgestopften etwas größeren Kasten um das Rohr herum bauen, dann links und rechts mit dem Wanddämmstoff anschließen und luftdicht verkleben. Das so eingepackte Rohr hat so auch eine gute Schalldämmung.

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