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Expertenrat

Wie können wir den Nachteil der schlechteren Hinterlüftung bei Indach-PV-Anlagen ausgleichen?

Frage von Jan E. am 04.08.2022 

Ich plane zurzeit einen Neubau-KfW55-Haus mit Satteldach. Die Dachseite für die PV hat eine Süd/Südwest-Ausrichtung und eine Dachneigung von ca. 37 % sowie Braas Turmalin Flachziegel. Wir überlegen nun, statt einer herkömmlichen Aufdach-PV-Anlage eine Indach-PV-Anlage installieren zu lassen, da im Neubau im Normalfall Kostenvorteile entstehen sollten.

Für uns ist allerdings insbesondere der Nachteil der schlechteren Hinterlüftung relevant. Welche Lösungsoptionen gibt es, um dies (weitestgehend) zu verhindern? Momentan sind wir noch in der Spezifizierungsphase mit einem potenziellen Bauträger und möchten daher entsprechende Spezifizierung für den Dachaufbau aufnehmen, die die Hinterlüftung sicherstellen bzw. den Effizienzverlust verhindern können.

Für eine Antwort wären wir sehr dankbar!

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Die BEG-Förderung hat sich nach einer kürzlich beschlossenen Reform stark verändert. So gibt es im Neubau Fördermittel nur noch für Effizienzhäuser der Stufe 40 mit Nachhaltigkeitsklasse. Erhältlich sind dabei Darlehen in Höhe von 120.000 Euro pro Wohneinheit mit einem Tilgungszuschuss in Höhe von 5 Prozent. Für den Bau eines KfW-55-Hauses bekommen Sie leider keine Förderung mehr, sofern Sie diese nicht schon beantragt und bestätigt bekommen haben.

Bei der Indach-PV-Anlage liegt eine der größten Herausforderungen darin, die Module zu kühlen, um vom vollen Wirkungsgrad profitieren zu können. Bei Aufdachanlagen funktioniert das durch den Freiraum zwischen Dacheindeckung und Modulen von ganz allein. Bei Indach-Anlagen genügt eine Hinterlüftung von etwa 10 cm (wenn möglich) zwischen Dämmung und Dachhaut. Durch diese kann Außenluft strömen, um die überschüssige Wärme der Module abzuführen. Wichtig ist hier ein strömungstechnisch günstiger Abschluss der Hinterlüftungsebene mit möglichst weitmaschigen Gittern oder ähnlichem. 

Mit einer Wärmepumpe lässt sich Letztere sogar technisch nutzen. Und zwar immer dann, wenn kleine Luftwärmepumpen Luft aus dem Freiraum zwischen Dämmung und PV-Dach saugen.

Bei detaillierten Fragen zur individuellen Umsetzung empfehlen wir Ihnen, die Konstruktion mit einem Fachhandwerker aus Ihrer Region zu besprechen. Dieser kennt die technischen Voraussetzungen und hilft, diese von Beginn an bei der Planung zu berücksichtigen.

Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für Solaranlagen. Das Tool können Sie auch nutzen, um einen Beratungstermin auszumachen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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