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Expertenrat

Wie sind die Kellerwände abzudichten, bevor wir den ehemaligen Abgang verfüllen?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Heike S. am 24.02.2021 

Wir haben einen Kellertreppen-Abgang, an dem die Hausfassade verklinkert ist. Die Türe haben wir schon zugemauert. Der ganze Kellertreppen-Schacht soll nun zugeschüttet werden. Dazu muss ich ja die Fassade dämmen/ versiegeln oder Ähnliches, damit mir keine Feuchtigkeit durch den Klinker in die Kellerwände zieht. Wie müsste man da vorgehen? Welche Fachfirma ist dafür geeignet?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Bevor der Kellertreppenschacht zugeschüttet wird, sollte eine vertikale Sperrschicht gegen stauendes und drückendes Wasser eingebaut werden. Wenn möglich, sollte dazu auch die rechtwinklig vom Haus abgehend Schachtwand abgebrochen sowie die Stufen entfernt werden, damit der Abschnitt komplett mit einer neuen vertikalen Versiegelung ausgeführt werden kann. Dabei wäre es wünschenswert, wenn die neue Versiegelung über die alte vertikale Sperrschicht geführt werden kann.

Nach den Abbruchmaßnahmen ist sowohl die Wand der zugemauerten Tür als auch die Bruchkante der abgebrochenen Wand und der Bereich hinter den Stufen mit einem Zementsockelputz in zwei Lagen glatt zu putzen. Fugen der bestehenden Klinkerwand sind auf festen Sitz des Fugenmörtels zu kontrollieren, ggf. müssen die Fugen neu verfugt werden. Vor dem Verputzen sollte ein zum Mörtel passender Haftgrund über die gesamte Fläche aufgetragen werden.

Anschließend ist eine vertikale mineralische oder bituminöse Sperrschicht (Bitumendickbeschichtung) nach Vorschrift des Herstellers aufzutragen. Wenn Sie bei der Gelegenheit die Wärmedämmung der Kelleraußenwand verbessern möchten, würde nun ein Dämmstoff, der für Erdreich berührende Anwendungen geeignet ist (z.B. Styrodur als Perimeterdämmung) mittels bitumenhaltigen Klebers angeklebt. Die Dämmstoffstärke sollte etwa 8 bis 10 cm betragen.

Anschließend kann der Einbau der Verfüllung beginnen. Es empfiehlt sich einen ggf. vorhandenen Entwässerungseinlauf am Boden des Treppenabganges für die Drainage zu aktivieren. Die Verfüllung sollte wandseitig eine Dränschicht (z.B. Schaumglasschotter) erhalten.

Ich empfehle vor Ausführung durch einen Tiefbaubetrieb einen erfahrenen und unabhängigen Tiefbauingenieur zu konsultieren, der nach Lage der Dinge vor Ort die richtigen Arbeitsschritte und Technologien festlegen kann.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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