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Expertenrat

Wie kann ein Holz-Gartenhaus richtig gedämmt werden?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Hartmut K. am 12.01.2017 

Wir wollen unser Holz-Gartenhaus fachgerecht dämmen, um es wohnlich nutzen zu können. (Blockbohle 28 mm stark, 250 x 250 cm groß) Der Fußboden ist bereits gedämmt und eine elektrische Fußbodenheizung wurde installiert. Wände und Dach sollen jetzt folgen. Welchen Aufbau würden Sie dazu vorschlagen?

Dann haben wir noch ein weiteres Holzhaus (2 x 2,50 m), welches als Waschraum genutzt werden soll. Hier kann Innen- oder Außendämmung vorgenommen werden. Ebenfalls Dach und Wand plus Boden. Es muss aber vermieden werden, dass Feuchtigkeit das Holz schädigt.

Beide Holzhäuser werden dann ständig beheizt. 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Bei der beschriebenen Konstruktion haben Sie alle Möglichkeiten eine optimale Dämmung vorzunehmen. Wenn Sie eine geputzte Variante favorisieren, kann ein Wärmedämm-Verbundsystem angewendet werden.

Diese Art der Außendämmung wird mit zahlreichen Dämmstoffen realisiert. So eignet sich expandiertes Schaumpolystyrol ebenso wie eine Variante mit Holzfaserdämmplatten. Wichtig ist, dass der gewählte Dämmstoff hinterlüftungsfrei angebracht wird. Das erreicht man durch Ankleben mittels Wulst-Punkt-Methode. Mit wärmebrückenarmen Dübeln wird der Dämmstoff zusätzlich fixiert. Nach dem anschließenden Aufziehen des Grundputzes wird Armierungsgewebe eingebettet. Zum Schluss erhält der Aufbau noch einen Deckputz.

Unabhängig davon für welchen Dämmstoff Sie sich entscheiden muss raumseitig auf Luftdichtheit geachtet werden. Da dies bei der Blockbohlenbauweise nicht gegeben ist, muss auf der inneren warmen Seite der Wand eine Luftdichtheitsebene montiert werden.
Dies lässt sich z. B. mittels OSB-Platten realisieren, die an allen Stößen mit speziellem Klebeband abgeklebt werden. Besondere Aufmerksamkeit verlangt der Übergang zum Fußboden und zur Decke. Auch diese Bauteile sind luftdicht auszuführen.

Das zweite Holzhaus, welches Sie als Waschraum nutzen wollen, kann auf die gleiche Weise wie das Wohnhaus gedämmt werden. Hier ist es besonders wichtig, von vornherein an eine einfache Lüftungsanlage zu denken. Die hohe Wasserdampfbelastung beim Duschen kann mittels einer geregelten Abluftanlage gemindert werden. Als Parameter sollte die Luftfeuchtigkeit dienen. Mit anderen Worten: Die Lüftungsanlage geht beim Erreichen einer bestimmten Luftfeuchtigkeit (>60%) in Betrieb und läuft so lange, bis ein unkritischer Wert (<55%) erreicht ist.

Um rasch genügend Frischluft von außen zuzuführen, ist die Einbringung eines Zuluftventiles ratsam. Besonders effektiv arbeiten Zuluftventile, die sich weiter öffnen bei hoher Innenraum-Luftfeuchtigkeit und bei geringer Innenraum-Luftfeuchtigkeit schließen. Für den Abluftventilator ist ein langlebiges Modell mit geringer Geräuschkulisse zu empfehlen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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