Adventskalender
Expertenrat

Wir möchten einen Gartenweg aus Schotter anlegen. An der Hauswand ist jedoch ein 50 cm breiter Betonstreifen. Kann das zu einer Durchfeuchtung der Hauswände führen?

Frage von Beate H. am 20.08.2018 

Ich, als eigentlicher Laie, stehe vor einer großen Frage bezüglich unseres Gartens. Und zwar möchten wir auf drei Seiten unseres Hauses einen Schotterweg anlegen, der direkt am Haus entlang läuft. Nun ist es auf der West- und auf der Ostseite so, dass nach der Fassade (Vollwärmeschutz) eine Noppenmatte bis ganz unten liegt und anschließend Schotter. Auf der Nordseite, wo wirklich kaum Sonne hinkommt, ist jetzt folgendes Szenario: Entlang der Hauswand befindet sich ein etwa 50 cm breiter Streifen Beton in Rinnenform mit Abfluss am östlichen Ende direkt abschließend mit dem Vollwärmeschutz. Ca. einen Meter entfernt von der Hauswand sollen nun Leistensteine gesetzt werden, die mit Schotter gefüllt werden, d. h. der Schotter wäre direkt bei der Hauswand (dazwischen eine Noppenmatte) auf dem Beton drauf. Nun sind die Bedenken einiger, dass der Beton eventuell immer feucht bleibt, weil ja der Schotter drauf liegt, diese Feuchtigkeit durch den Vollwärmeschutz in die Wände eindringt und mit der Zeit Schimmel entstehen kann. Meine erste Frage wäre, ob diese Bedenken begründet sind? Meine zweite Frage ist, wenn ja, ob es Alternativen gibt, dass man hier abdichtet etc.? 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Ich würde Ihre Befürchtung, dass eventuell Feuchtigkeit durch den Vollwärmeschutz eindringt, nur dann teilen, wenn Aufbau und Materialien des Vollwärmeschutzes nicht den Regeln entsprechen.

Im erdreichnahen Bereich ist Vollwärmeschutz bis mindestens 30 cm über Oberkante Erdreich als Perimeterdämmung auszuführen, was vor allem bedeutet, dass der verwendete Dämmstoff für Anwendungen im feuchten Erdreich geeignet sein muss.

Geeignete, speziell zugelassene Dämmstoffe, wie z.B. Styrodur, besitzen die Eigenschaft, gegen Erdfeuchte stabil zu sein und Wasser nicht eindringen zu lassen. Das gilt auch für einen Aufbau, bei dem die ursprünglich vertikale Sperrschicht direkt auf der Hauswand (Kellerwand) angebracht und der Dämmstoff nachträglich mittels Bitumen auf die Sperrschicht aufgeklebt ist. Der Dämmstoff muss in diesem Fall nicht verputzt sein. Wenn die vertikale Sperrschicht funktioniert und aufsteigende Feuchtigkeit ausgeschlossen ist (kapillar aufsteigende Feuchte infolge defekter horizontaler Sperrschicht), ist die Gefahr einer Durchfeuchtung der Wand nicht gegeben. Dann ist auch eine Schimmelbildung über diesen Weg ausgeschlossen.

Schimmel entsteht jedoch auch bei hoher oberflächennaher Luftfeuchte, die aufgrund von sehr niedrigen Oberflächentemperaturen auf der Rauminnenseite der Wand auftreten kann. Ist die Dämmschicht des Vollwärmeschutzes jedoch wärmebrückenfrei ausgeführt, gibt es keinen Schimmel.

Ob die Konstruktion so ausgeführt wurde, kann ich jedoch aus den wenigen Fakten nicht beurteilen. Ich empfehle Ihnen, dazu vor Ort einen Fachingenieur für baulichen Wärmeschutz zu konsultieren.

Wollen Sie sich regelmäßig über Neuigkeiten und Tipps rund um die Sanierung und Fördermittel informieren? Dann abonnieren Sie doch einfach unseren Newsletter, der Sie immer auf dem Laufenden hält.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

Handwerker-Suche

Finden Sie Energieberater, Handwerker und Sachverständige vor Ort

 
 

Newsletter-Abo