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Expertenrat

Die Dämmung im Dach ist feucht. Sollten wir sie bei einer Sanierung austauschen?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Karin S. am 22.02.2018 

Um Energie zu sparen, haben wir die Dachschrägen des Spitzbodens von einem Zimmermann von innen mit Vollsparrendämmung MiFa 160 mm WLG 032 dämmen lassen. Nach 3 Jahren waren die obersten 3 cm der MiFa durchfeuchtet und verklumpt. Wir suchten nach der Ursache und fanden heraus, dass unter der alten Ziegellattung die Konterlatten fehlten. Eine alte Gitterfolie war auf den Sparren befestigt, die Folienbahnen jedoch nicht überlappt, sondern eher gestoßen. Darüber direkt die Lattung und Dachpfannen. Nässetropfen von innen unter der Folie.

Wir möchten jetzt die Eindeckung erneuern, eine Aufsparrendämmung aus Holzfaserplatten ergänzen, Lattung und Konterlattung über eine diffusionsoffene Unterdeckung verlegen. Das ist dann hoffentlich in Ordnung. Der Zimmermann schlägt vor, die jetzt etwa 5 Jahre alte Mineralfaser liegen zu lassen. Es sind ja nur ca. 3 cm verklumpt, der Rest ist trocken. Das vermindert die Dämmwirkung nur wenig. Leider ist der verklumpte Bereich zusammengesackt und es könnten kleine Hohlräume entstehen. Wir haben gehört, dass Hohlräume nicht entstehen sollen wegen Ansammlung von Wohnfeuchte. Der Dachspitz soll jedoch nicht ausgebaut werden. Vielleicht gehen wir ein Risiko ein, sollten wir die 3 Jahre alte Dämmung lieber erneuern?  

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Ich sehe einen möglichen anderen Grund für die Durchnässung der Mineralfaser. Die vorgefundene Gitterfolie hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine geringe Dampfdiffusionsfähigkeit, sodass sich bei einer zu hohen Wasserdampfbelastung und bei niedrigen Temperaturen an der Innenseite der Folie Tröpfchen bilden. Als Ursachen für die Wasserdampfbelastung der Dämmschicht kommen regelmäßig Luftundichtheiten auf der inneren Seite der gedämmten Konstruktion in Betracht. Hier, also von der Dachbodenseite aus gesehen, muss die Dämmschicht mit einer luftdichtenden, dampfbremsenden Ebene eingehaust werden, wenn die Konstruktion trocken bleiben soll.

Es empfiehlt sich, dazu ein feuchtevariables diffusionsoffenes Material als Dampfbremse einzusetzen. Das ist auch dann ratsam, wenn der Dachspitz nicht ausgebaut, also auch nicht beheizt wird, jedoch nicht verhindert werden kann, dass durch Undichtheiten der obersten Geschossdecke warme Raumluft aus dem Gebäude in den Dachspitz einströmen kann. Infrage kommen hierfür z.B. Undichtheiten am Schornstein, bei Ausstiegluke bzw. Treppen oder der Decke selbst, wenn es sich zum Beispiel um eine Holzbalkendecke handelt, die von unten nicht luftdicht ausgeführt ist.

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass eine höhere Behaglichkeit erreicht wird, wenn nicht die Dachschrägen, sondern die obere Geschossdecke (also die Decke über den letzten beheizten Räumen) von oben mit etwa 20 cm Dämmstoff gedämmt wird. Der Dachraum sollte in diesem Fall gut durchlüftet bleiben. Die erreichbare Energieeinsparung ist größer als bei gedämmten Schrägen.

Wenn Sie die Eindeckung erneuern wollen, ist auch für ein regensicheres Unterdach zu sorgen, das oberseitig gut belüftet ist. Die vorgesehenen Holzfaserdämmplatten (>4 cm) als Unterdach mit Konter- und Dachlattung stellen dafür eine sehr gute Konstruktion dar. Trockene Mineralwolle erfüllt Ihren Zweck und muss nicht ausgetauscht werden. Entstandene Hohlräume können mit dem gleichen Material ausgestopft werden (Atemmaske tragen!). Aber wie bereits beschrieben: Wenn es bei der Dämmung der Dachschrägen bleibt, sollte die Innenseite (Sichtseite) mithilfe einer entsprechenden feuchtevariablen Dampfbremse diffusionsoffen, aber luftdicht, ausgeführt werden.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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