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28.04.2026

Wann lohnt sich ein Batteriespeicher zum Balkonkraftwerk

Kosten und Wirtschaftlichkeit gut abwägen / 3 Anwendungsfälle

Balkonkraftwerke sind ein niederschwelliger Einstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien und für Mieter:innen und Eigentümer:innen gleichermaßen interessant. Aktuell werden die Module oft in Kombination mit einem Batteriespeicher angeboten. Die Speicher für Steckersolargeräte inzwischen viel günstiger geworden und der Markt lockt mit Modellen ab 500 Euro und bis zu zwei Kilowattstunden Batteriekapazität. Doch lohnt sich das für alle? Hier liest du, ob und wann sich ein Steckersolargerät mit einem Batteriespeicher langfristig lohnt und wie die Einsatzmöglichkeiten aussehen.

Balkonsolar
Für alle, die ohne großen Aufwand an der Energiewende teilnehmen möchten, empfiehlt sich ein BalkonkraftwerkFoto: energie-fachberater.de

Ist der Einsatz eines Batteriespeichers immer sinnvoll?
Nein. Ein Standard-Solarmodul misst rund 1,10 Meter mal 1,70 Meter. Nur wenn zwei Module gut ausgerichtet platziert werden können, sollte man über einen Speicher nachdenken. Der Grund: Ein gut ausgerichtetes Modul mit einer Leistung von 400 Wattpeak produziert pro Jahr in etwa 280 Kilowattstunden (kWh) Strom. Hiervon können in der Regel rund 200 Kilowattstunden direkt im Haushalt verbraucht werden, da jeder Haushalt einen sogenannten Grundbedarf von etwa 50 bis 150 Watt hat, der durch den Dauerverbrauch von Kühlschrank, Internetroutern und anderen Geräten im Standby-Modus verursacht wird. Damit werden rund 80 kWh in das öffentliche Stromnetz eingespeist und aufgrund der bestehenden gesetzlichen Regelungen nicht vergütet.

Das heißt: Mit einem Speichermodell von zwei Kilowattstunden könnte man potenziell diese 80 kWh pro Jahr "retten". Legt man einen Strompreis von 33 Cent pro kWh an, würden die 80 Kilowattstunden pro Jahr eine mögliche jährliche Mehreinnahme von 26 Euro darstellen. Ein Speicher mit zwei Kilowattstunden Batteriekapazität müsste also rund 20 Jahre laufen, bevor sich die Kosten amortisiert haben. Wirtschaftlich betrachtet zahlt sich bei einem Standardmodul die Investition in einen Batteriespeicher damit nicht aus. Das Gleiche gilt bei einem jährlichen Stromverbrauch von unter 1500 kWh pro Jahr, auch hier ist der mögliche finanzielle Gewinn durch einen Speicher gering.

Wann lohnt sich ein Batteriespeicher? 3 Anwendungsfälle und Optionen

  1. Wenn man Platz für zwei oder mehr Module auf seinem Balkon, dem Garagendach oder in seinem Garten hat, kann sich ein Batteriespeicher auszahlen. Bei Steckersolargeräten ist eine maximale Leistung von zwei Kilowattpeak erlaubt. Dies entspricht vier Modulen mit einer Leistung von jeweils 500 Wattpeak.
  2. Ein Steckersolargerät mit Speicher kann ebenso interessant sein, wenn Verbraucher:innen keine große Photovoltaik-Anlage kaufen oder im Mietmodell betreiben möchten. Mögliche Gründe können die hohen Anfangsinvestition von etwa 10.000 bis 20.000 Euro, ein nicht optimaler Dachzustand, die bald anstehende Dachsanierung oder unklare Vertragsbedingungen bei Mietmodellen sein. Ein Speicher wird finanziell umso interessanter, je höher der Stromverbrauch und je größer das Steckersolargerät ist. Mit einer Investition von zirka 1.500 Euro ist so ein kleines Solarkraftwerk mit Speicher deutlich günstiger als das große Pendant auf dem Dach.
  3. Wenn bei Verbraucher:innen die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeicher nicht an erster Stelle steht, kommen auch mögliche Zusatzfunktionen eines Speichers als Kaufgrund in Betracht. Beispielsweise können manche im Falle eines Stromausfalls als Notstromquelle dienen. Diese Modelle können dann in den sogenannten Inselbetrieb umgeschaltet werden und mit den Modulen sogar wiederaufgeladen werden. Zudem kann man einige Speicher-Modelle von den Steckersolargeräten trennen und als mobile Batterie beispielsweise für das Camping nutzen.


Wie klärt man für sich, ob ein Batteriespeicher in Betracht kommt?
Um abzuschätzen, ob sich ein Steckersolargerät zusammen mit einem Speicher lohnt, kann der Online-Steckersolarsimulator der HTW Berlin helfen. Hiermit können die verschiedenen Varianten unter den tatsächlich vorhandenen Bedingungen (jährlicher Stromverbrauch, Ausrichtung der Module, Verschattung, Kosten des Steckersolargerätes und des Speichers) miteinander verglichen werden. So finden Interessierte ihre optimale Lösung.

Wenn man allerdings ohne großen Aufwand an der Energiewende teilnehmen möchte, und auch ohne größere Überlegungen einen kleinen wirtschaftlichen Gewinn einfahren will, empfiehlt sich nach wie vor ein Steckersolargerät ohne Speicher. Die Kilowattstunden, die ohne Vergütung ins Netz gehen, werden schließlich von anderen verbraucht und insgesamt wird so der Anteil der Sonnenenergie im Netz erhöht.

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Gleich nach einem Balkonkraftwerk schauen und Preise vergleichen!

 
 
 
Quelle: Verbraucherzentrale NRW
 
 

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