10 Jahre Ratgeber Sanierung
Expertenwissen

Die richtige Innendämmung für die Kellerwand

Kapillaraktives Dämmsystem schützt vor Schimmelbefall

Dämmstoff
 
Immer öfter wird der Keller umfunktioniert und als Sauna, Hobbyraum oder Arbeitszimmer genutzt. Spätestens dann werden höchste Anforderungen in Bezug auf den Feuchte-, Brand-, Schall- und Wärmeschutz gestellt. Besonders günstig für die Innendämmung sind kapillaraktive Dämmsysteme. Experte Frank Frössel erklärt die Vorteile.
Grafische Darstellung einer kapillaraktiven InnendämmungBild größer anzeigen
Schematische Darstellung einer kapillaraktiven Innendämmung. Diese Dämmung besitzt ein hohes Trocknungspotenzial und ist damit ideal als präventiver Einsatz gegen das Wachstum von Schimmelpilzen und BakterienFoto: aus Frank Frössel "Mauerwerkstrockenlegung und Kellersanierung" (Baulino Verlag)

Für die nachträgliche Innendämmung erdberührter Bauteile werden oft Wärmedämmstoffe wie Polystyrol oder Schaumglas verwendet. Bei diesen sperrenden Wärmedämmstoffen kommt es aber im Übergangsbereich zu nicht gedämmten Innenwänden sowie an Anschlüssen und Einbauteilen aus Holz zu Problemen. Aus diesem Grund wurden kapillaraktive Systeme zur Innendämmung entwickelt. Die Hauptkomponente ist eine hoch wärmedämmende Polyurethanschaumplatte sowie senkrecht zur Oberfläche stehende Lochungen. Diese Perforierung ist mit einem hoch kapillaraktiven Mörtel verfüllt. Dies verursacht eine Symbiose aus hoher Kapillarität und Wasserdampfdiffusionsfähigkeit von Kalziumsilikat mit der hohen Wärmedämmung organischer Schäume. Das System wird abgerundet durch einen hoch porosierten Leichtmörtel, der zum Kleben und Armieren verwendet wird, und die Funktion der Sorptionsschicht mit übernimmt. Die hygroskopische Speicherfähigkeit der diffusionsoffenen Innendämmung mit hoher kapillarer Leitfähigkeit puffert Feuchtigkeitsspitzen und verteilt diese in der Fläche. Infolgedessen kommt es zu einer schnelleren Abtrocknung. Die kapillaraktive Innendämmung besitzt dadurch ein hohes Trocknungspotenzial und ist damit ideal als präventiver Einsatz gegen das Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien.

Durch eine herkömmliche Innendämmung wird der Wandquerschnitt kälter, gleichzeitig steigt der Feuchtegehalt. Dies umso schneller, wenn die Innendämmung mit einer Innenabdichtung kombiniert wurde, was den Regelfall darstellt. Durch die speziellen Eigenschaften der kapillaraktiven Innendämmung herrschen im oberflächennahen Wandbereich besonders günstige hygrothermische Verhältnisse, so dass die Feuchtigkeit bereits in der Sorptionsschicht verteilt wird und nicht bis zur Oberfläche vordringen kann.

Innendämmung der Kellerwand: geklebt oder gedübelt
Die Innendämmung wird meistens im Klebeverfahren aufgetragen. Bei einer gleichzeitigen Innenabdichtung ist dies schon allein aufgrund der sonstigen Durchstoßung der Abdichtung zwangsläufig. Der abrisssichere Haftverbund ist in der Regel auch ohne zusätzliche Verdübelung gegeben. Hierzu wird zunächst die Haftzugfestigkeit des Untergrundes überprüft. In der Praxis hat sich eine Abreißfestigkeit von mindestens 0,08 N/mm² bewährt. Liegt diese darunter, muss überprüft werden, ob die Innendämmung gedübelt werden kann. Bei einer Innenabdichtung ist ggf. direkt auf den Untergrund eine Vorsatzschale zu mauern oder zu betonieren, auf die dann anschließend die Innendämmung verklebt wird. Zum Kleben werden in der Regel zementgebundene Mörtel verwendet, in Ausnahmen auch Dispersionskleber oder seit kurzem Klebeschaum. Die Verklebung erfolgt im Punkt-Wulst-Verfahren (Klebekontaktfläche > 40 %). Die Plattenstöße sind knirsch zu verlegen; Hohlräume und offene Fugen zu vermeiden. Auf die Dämmplatten wird anschließend eine vollflächige Gewebearmierung aufgebracht, wobei die Gewebe mindestens zehn Zentimeter überlappen sollten. Nach entsprechender Trocknungs-/ Härtungszeit erfolgt die Schlussbeschichtung - meistens in Form eines Oberputzes oder einer gefilzten Glattbeschichtung, die gestrichen wird. In Ausnahmen wird die Oberfläche tapeziert oder mit Fliesen- oder Natursteinbelägen versehen.

 
 
 
Quelle: Frank Frössel
 
 
 
 

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