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27.02.2023
mehr zu Dach
 

Energiedach: Dachbegrünung und Solaranlage kombinieren

Multifunktionale Dachnutzung hat viele Vorteile

Das Dach nur als Blickfang? Die Zeiten sind vorbei! Heute gibt es viel mehr Möglichkeiten, die Dachflächen bestens zu nutzen, zum wirtschaftlichen und ökologischen Vorteil. Ob Photovoltaik-Anlage oder Solarthermie - kombiniert mit einer Dachbegrünung entsteht ein grünes Energiedach. Doch was ist ein Energiedach eigentlich und worauf muss geachtet werden? Tipps für eine multifunktionale Dachnutzung.

Grünes Energiedach
Die Möglichkeiten zur Nutzung der Dachflächen sind zahlreich - und schließen sich nicht aus. Im Kommen ist das grüne EnergiedachFoto: Paul Bauder GmbH & Co. KG
Grafik Gründach mit Photovoltail Ost-West-Ausrichtung
Die Photovoltaik-Elemente werden in Reihen aufgestellt – bei einer Ost-West-Ausrichtung schmetterlingsförmig zueinanderFoto: Verbraucherzentrale NRW
Gründach mit Photovoltaik Süd-Ausrichtung
Gründach mit Photovoltaik-Modulen - ausgerichtet nach SüdenFoto: Verbraucherzentrale NRW

Dachbegrünung für bestes Klima auf und unter dem Dach? Eigenen Strom erzeugen mit Photovoltaik? Die Heizung unterstützen mit Solarthermie? Die Möglichkeiten sind zahlreich - und sie schließen sich nicht aus! So gibt es Solaranlagen inzwischen passend und optisch bestens abgestimmt auf bestimmte Dachziegel und Dachsteine und auch wer sich für eine Dachbegrünung entscheidet, muss noch lange nicht auf eine Solaranlage verzichten!

Grünes Energiedach kombiniert wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen
Mit den Zeichen der Zeit gehen Eigentümer:innen mit einem grünen Energiedach. Dabei werden Solaranlage und Dachbegrünung kombiniert. Der große Vorteil: Während sich mit der Solaranlage ein wirtschaftlicher Vorteil erreichen lässt, punktet die Dachbegrünung zusätzlich mit ökologischen Vorteilen. Die verschiedenen Möglichkeiten für das Dach konkurrieren nicht mehr um die Dachfläche, sondern werden für einen maximalen Nutzen kombiniert.

Möglichkeiten für ein Energiedach:

  1. Photovoltaik + Dachbegrünung: Das gute und kühlere Klima einer Dachbegrünung sorgt dafür, dass sich Photovoltaik-Module im Sommer nicht so aufheizen und mehr Ertrag bringen. Der Mehrertrag der Photovoltaik-Anlage kann bis zu 8 Prozent betragen.
  2. Solarthermie + Dachbegrünung: Diese Kombination bietet Solarenergie für günstiges Warmwasser und Heizungsunterstützung sowie eine Dachbegrünung für ökologische Vorteile und bestes Wohnklima.
  3. Photovoltaik, Solarthermie und Dachbegrünung: Natürlich können Photovoltaik und Solarthermie auch gemeinsam Platz auf dem Dach finden! Das funktioniert sowohl mit verschiedenen Kollektoren als auch mit sogenannten Hybridkollektoren oder PVT-Kollektoren, die beides kombinieren. Eine Dachbegrünung sorgt für das entsprechend gute Klima.
  4. Reines Energiedach - Photovoltaik-Module ersetzen die Dacheindeckung: Auch für ein reines Energiedach sind inzwischen vielfältige Lösungen verfügbar. Hierbei ersetzen Photovoltaik-Module die Dacheindeckung komplett und die gesamte Dachfläche wird zur Energiegewinnung genutzt.

Vorteile der Kombination von Dachbegrünung und Solaranlage

  • Eigene Energieerzeugung für mehr Unabhängigkeit und Klimaschutz
  • Bei Photovoltaik: geringere Stromkosten
  • Bei Solarthermie: geringere Heizkosten
  • ökologische Vielfalt auf dem Dach statt kahler Flächen
  • Mehr sommerlicher Wärmeschutz dank kühlender Dachbegrünung
  • Regenwasserrückhaltung und damit Entlastung der Kanalisation

Was kostet eine Dachbegrünung? Hier können Sie kostenfrei und unverbindlich Vergleichsangebote einholen.

Für ein langlebiges Energiedach muss der Dachaufbau stimmen
Um alle gewünschten Funktionen des Energiedachs bestmöglich einplanen zu können, sollten sich Eigentümer im Vorfeld genau überlegen, für welche Kombination ihr Herz schlägt. Denn bei allen Vorteilen einer solchen Kombination darf die sichere Funktion des darunter liegenden Dachaufbaus nicht vergessen werden! Damit Solarthermie- und/oder Photovoltaik-Anlage über den geplanten Nutzungszeitraum auf dem Dach verbleiben können, sollte der Dachaufbau inklusive Dachdämmung vorher überprüft und wenn nötig erneuert werden.

Tipps für die Planung eines Energiedachs
Die Freude am grünen Energiedach hält lange an, wenn die beteiligten Handwerksfirmen (Dachdecker, Dachbegrüner, Solar-/Heizungsfirma) frühzeitig zu Planung und Abstimmung hinzugezogen werden. Außerdem sollte auf ausreichend große Reihenabstände geachtet werden, damit es nicht zu Verschattungen der Module kommt. Bei Privathäusern bieten sich für ein Solargründach neben dem Flachdach des Wohnhauses oftmals die Fläche auf der Garage als zusätzlicher Platz für Solarzellen an. So funktioniert die Umsetzung eines Solargründachs Schritt für Schritt:

  1. Dachbegrünung hält die Photovoltaik-Module:
    Anders als auf ziegelgedeckten Schrägdächern benötigen die Photovoltaik-Module auf dem begrünten Flachdach keine Verschraubung in der Dachkonstruktion. Stattdessen stehen sie fest verbunden auf Basisplatten. Diese werden mit dem Pflanzsubstrat beschwert. Wie hoch beziehungsweise schwer die Substratschicht sein muss, hängt davon ab, wie viel Wind auf die Module einwirkt.
  2. Statik des Daches beachten:
    Rechnet man für eine Dachbegrünung mit 80 bis 180 kg Gewicht pro Quadratmeter im nassen Zustand, muss das Dach bei der Kombination mit Solartechnologie noch zusätzliche 25 kg pro Quadratmeter tragen können. Wer die Tragfähigkeit seines Daches nicht kennt, sollte daher bei der Planung des Solargründachs einen Statiker zu Rate ziehen.
  3. Platz für Pflege und Wartung lassen:
    Die Solarmodule auf dem Gründach stehen etwas erhöht auf Ständern, um einen Abstand zur Begrünung zu gewährleisten. Das hat den Zweck, Licht und Wasser an die darunter liegenden Pflanzen gelangen zu lassen und gleichzeitig eine Verschattung durch diese zu vermeiden. Die Photovoltaik-Elemente werden in Reihen aufgestellt – bei der Ausrichtung nach Süden hintereinander, bei einer Ost-West-Ausrichtung schmetterlingsförmig zueinander. Dabei ist es wichtig, zwischen den Reihen ausreichend Platz zu lassen, um die Dachbegrünung pflegen und die Module warten zu können. Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man darauf achten, dass diese trockenheits- und hitzeverträglich sind und nicht höher als bis zur Unterkante der Module wachsen, damit sie keinen unerwünschten Schatten erzeugen.
  4. An Förderung denken: Fördermittel gibt es sowohl für die Nutzung von Solarenergie als auch für Dachbegrünungen. Die Installation einer Photovoltaik-Anlage wird von vielen Städten und Kommunen bezuschusst und über das EEG-Gesetz bundesweit unterstützt, die KfW-Bank bietet zusätzlich zinsgünstige Kredite.

Weiterlesen: Hilfreiche Tipps für die Kombination von Dachbegrünung und Photovoltaik-Anlage hat das Photovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg in einem Faktenblatt Solar-Gründach zusammengestellt, das hier kostenlos zum Download zur Verfügung steht.

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Quelle: energie-fachberater.de / Verbraucherzentrale NRW
 
 

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