10 Jahre Ratgeber Sanierung
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Was sind eigentlich Wärmebrücken?

Mythos Kältebrücken oder warum es im Altbau zieht

Dämmung
 
Wenn es um Zugluft in Altbauten und Dämmung geht, ist oft von Wärmebrücken als Ursache die Rede – umgangssprachlich werden sie auch Kältebrücken genannt. Doch woher kommt der kalte "Zug"? Energieberater Andreas Skrypietz von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erklärt, was Wärmebrücken sind und warum sie im Zuge einer Sanierung beseitigt werden sollten.
Anschluss Dachdenster an das DachBild größer anzeigen
Die Dämmung des Hauses vermindert den negativen Effekt von Wärmebrücken. Wichtig ist, dass Anschlüsse zwischen verschiedenen Bauteilen - wie hier zwischen Dachfenster und Dach - gut abgedichtet werdenFoto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Wenn der Temperaturunterschied zwischen Außenwand und Mitte des Raumes größer ist als drei Grad, strömt die warme Luft in Richtung der Wand. Diesen Wärmestrom spüren unsere Nackenhaare und melden uns: die Temperatur sinkt, es wird kalt. Wir haben dann das Gefühl, es kommt kalt rein und "zieht", dabei entweicht eigentlich Wärme über die Außenwände nach draußen.

Wärmebrücken verstärken Zugluft-Effekt und sind Nährboden für Schimmel
Verstärkt wird dieser Effekt durch Gebäudeteile, die umgangssprachlich als "Kältebrücken" bezeichnet werden. In der Fachsprache heißen diese Bauteile Wärmebrücken. Über sie gelangt warme Luft leichter nach draußen als an Wandteilen, an denen es keine Öffnungen wie Fenster oder angrenzende Bauteile wie Geschossdecken gibt. Deshalb sind solche Wärmebrücken Problemstellen: Hier geht verstärkt Energie verloren, das Wohlbefinden ist beeinträchtigt und weil an den Wärmebrücken die Wände am kältesten sind, kann dort Luftfeuchtigkeit kondensieren – ein idealer Nährboden für Schimmel.

Verschiedene Wärmebrücken-Arten

Wärmebrücken entstehen an verschiedenen Stellen des Hauses und haben verschiedene Ursachen. Sie können durch die Geometrie eines Bauteils bedingt sein (beispielsweise bei Außenecken einer Wand, Heizkörpernischen oder Beton-Kragplatten an Balkonen). Deshalb werden sie geometrische Wärmebrücken genannt. Zusätzlich gibt es stoffbedingte Wärmebrücken: Sie entstehen durch einen Wechsel der Wärmeleitfähigkeit innerhalb einer oder mehrerer Bauteilschichten oder wenn Bauteile aus Stoffen mit höherer Wärmeleitfähigkeit, wie zum Beispiel Stahl, Bauteile aus Stoffen mit niedriger Wärmeleitfähigkeit, zum Beispiel die Wärmedämmung oder wärmedämmende Ziegel, durchdringen. Dazu gehören Betonstützen oder Stahlanker in einer Außenwand.

So lassen sich Wärmebrücken beseitigen

Die meisten Wärmebrücken lassen sich durch eine Außendämmung (Fassadendämmung, Dachdämmung) beseitigen. Das vermindert die Wärme- und Energieverluste und das Schimmel-Risiko sinkt. Denn beispielsweise durch eine Dämmung der Außenwand steigt die Temperatur an ihrer Innenoberfläche, die Temperaturdifferenz sinkt unter drei Grad. Dadurch wird der Wärmestrom kleiner und ist für die Bewohner kaum noch wahrnehmbar. Damit schwindet auch das Bedürfnis, die Heizung höher zu drehen, das spart Heizkosten: Wer die Temperatur in seinem Haus nur um einen Grad nach unten regelt, spart durchschnittlich sechs Prozent Heizenergie. Für Wärmebrücken, deren Auswirkungen nicht über eine Außendämmung minimiert werden können, gibt es spezielle Lösungen. Diese kann ein Energieberater oder Architekt empfehlen.

 
 
 
Quelle: DBU / Energie-Fachberater.de
 
 
 
 

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