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Heizkörpernische richtig dämmen

Tipps für Materialien, Kosten und Umsetzung

Die Heizkörpernische ist ein Klassiker bei der Suche nach Schwachstellen im Altbau. Durch die geringere Dicke der Außenwand geht an dieser Stelle Wärme besonders schnell verloren. Durch den schlechteren Wärmeschutz werden Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel bei abgestelltem Heizkörper begünstigt. Mit einer Dämmung der Heizkörpernische lassen sich diese beheben. Tipps zu Material, Kosten und Möglichkeiten der Umsetzung.
HeizkörpernischeBild größer anzeigen
Klassische Schwachstelle: Mit einer Dämmung der Heizkörpernische kann sie behoben werdenFoto: energie-fachberater.de
Thermografie HeizkörpernischeBild größer anzeigen
Eine Thermografie der Heizkörpernische macht die Wärmeverluste sichtbarFoto: energytools.de / Frank Nowotka

Eine ungedämmte Heizkörpernische erhöht die Heizkosten und verschlechtert die Behaglichkeit gleichermaßen. Deshalb sollten Hausbesitzer eine zusätzliche Dämmung der Heizkörpernischen in Erwägung ziehen. Eine solche Maßnahme ist wegen der geringen Kosten vor allem dann wirtschaftlich, wenn sie in Eigenleistung vorgenommen wird.

Besonders zu empfehlen ist die Dämmung, wenn die Heizkörper ohnehin erneuert werden. Im Zuge des Austausches der Heizkörper kann die Nische komplett mit einem Wärmedämmstoff geschlossen werden. Ist das nicht möglich, können mit einer reflektierenden Beschichtung versehene dünne Dämmstoffe den Wärmeschutz in diesem Bereich zumindest verbessern.

Das sind die Möglichkeiten bei der Dämmung der Heizkörpernische:

1. Heizkörpernische komplett schließen
Werden die Heizkörper erneuert oder findet eine umfangreiche Sanierung statt, wird die Heizkörpernische am besten komplett gedämmt. Vor der Dämmung muss geklärt werden, wie der Heizkörper später befestigt werden kann:

  • Wird der Heizkörper auf Konsolen gestellt, die auf dem Boden montiert werden, kommen als Materialien vor allem Dämmstoffe in Frage, die biegesteif sind und als Platten angeboten werden (Holzfaserdämmplatte, Steinwolle, Styropor, PU-Schaum, Mineralschaum). Sie benötigen keine Unterkonstruktion. Der Dämmstoff wird auf ein entsprechend breites Kompriband gestellt und mittels Montagekleber in die Nische eingeklebt. Biegesteife Dämmstoffplatten können nach der Dämmung gut verputzt werden. Dazu endet der Dämmstoff am besten etwa 1,5 Zentimeter vor der vorderen Putzkante. Links und rechts der Heizkörpernische sollte der vorhandene Putz rund 10 Zentimeter breit abgeschlagen werden. Danach wird das Dämmmaterial samt Rändern frisch verputzt. Ein in den Putz eingelegtes Armierungsgewebe verhindert eine spätere Rissbildung.
  • Soll der Heizkörper dagegen mit einer Wandkonsole montiert werden, wird der Putz durch eine tragfähige OSB-Platte ersetzt. Eine Unterkonstruktion, z.B. aus Holzlatten, wird erforderlich, wenn die Nischendämmung mit einer Gipskartonplatte raumseitig abgeschlossen werden soll. Wird eine tragfähige OSB-Platte verwendet, oder eine Holzunterkonstruktion mit Gipskartonplatten verkleidet, lassen sich auch nicht biegesteife Dämmstoffe, wie Mineralwolle- oder Holzweichfasermatten für die Dämmung verwenden. Auf die Luftdichtheit der Montage zu den Rändern, vor allem nach unten und oben, ist zu achten. Folien, gleich welcher Art, sind nicht erforderlich.

Die Materialkosten für einen Quadratmeter gedämmte Heizkörpernische einschließlich Dämmstoff, Klebemörtel, Kompriband, Armierungsgwebe und Putz bzw. abschließende Plattenwerkstoffe betragen etwa 40 Euro.

2. Teilweise Dämmung der Heizkörpernische
Bei sehr tiefen Heizkörpernischen können diese auch nur teilweise gedämmt werden, 8 bis 10 Zentimeter dick sollte der Dämmstoff allerdings sein. Wichtig in diesem Fall ist, dass die Dämmung nicht nur an der Wand hinter dem Heizkörper angebracht wird, sondern auch die linke und rechte Seite (Laibung) mitgedämmt werden. Je nach Größe des Heizkörpers und Lage des Fensterbretts kann der Heizkörper nach der Dämmung auch wieder in der Heizkörpernische angebracht werden.

3. Dämmung der Heizkörpernische, wenn der Heizkörper nicht entfernt werden kann
Kann der Heizkörper nicht abgebaut werden und ist kaum Platz hinter dem Heizkörper, sollte die Nischenwand zumindest mit einer sogenannten Heizkörper-Reflexionsfolie gedämmt werden. Dabei handelt es sich um eine 3 bis 5 Millimeter starke Dämmplatte, die mit Alufolie beschichtet ist. Diese Dämmplatte wird so hinter dem Heizkörper befestigt, dass die beschichtete Seite zum Heizkörper zeigt. Die Beschichtung sorgt dafür, dass die vom Heizkörper in Richtung der Außenwand abgestrahlte Heizwärme in den Raum reflektiert wird. So wird das Aufheizen der Wohnräume etwas erleichtert und die Behaglichkeit verbessert sich geringfügig. Auch bei dieser Art der Dämmung der Heizkörpernische ist auf eine luftdichte Montage zu achten. Die Laibungen rechts und links, sowie das Fensterbrett von unten, sollten mitgedämmt werden.

Die Materialkosten einschließlich Kleber liegen bei etwa 8 Euro pro Quadratmeter. Wunder dürfen die Bewohner allerdings nicht erwarten: Da die Dämmwirkung in diesem Fall insgesamt schwach ist, kann auch nur mit einer geringen Ersparnis an Heizkosten gerechnet werden.

Trotzdem gilt:
Nach der Dämmung der Heizkörpernischen kann die durchschnittliche Vorlauftemperatur des Heizsystems meistens abgesenkt werden. Auch diese Maßnahme verbessert die Behaglichkeit und verringert den Wärmeverbrauch.

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Quelle: Frank Nowotka / energie-fachberater.de
 
 

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